Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932826
Städteleben. 
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denen hier keine ausgebildete und einige Nationalität ent- 
gegenwirkte. Zwar blieb eine gewisse Gleichheit der Be- 
strebungen lllld der Gesinnung übrig, Welche auch den Er- 
scheimmgen auf unserm Gebiete einen verwandten Charak- 
ter gab, aber docärnicht verhinderte, dass einzelne Ge- 
genden sich fast ganz absonderten und eigenthümiiche Wege 
gingen de)  
Die früheste und bedeutendste Erscheimmg dieser Art 
ist Venedig. Es ist bekannt, dass die Lagunenstadt 
schon in den Zeiten der Longobardenherrschaft eine eigen- 
thümliche Stellung einnahm, und durch den Zusammenfluss 
flüchtender Bewohner des Festlandes Elemente der Bildung 
und des Reichthums erhielt, die dieser neuen und künst- 
lichen Anlage eine ungewöhnliche Bedeutung gaben; dass 
sie dann, durch die Gunst iuid Mängel ihrer Lage auf den 
Seeverkehr hingewiesen, bald ein Wichtiger Handelsplatz 
wurde und dem benachbarten Ravenna den Bang ablief. 
Dieser Handel bestand ohne Zweifel hauptsächlich in der 
Importation byzantinischer Artikel; Bischof Luidprand, Otto 
des Grossen Gesandter in Konstantinopel, konnte den prah- 
lenden Griechen, die ihm durch die Wiulder ihrer Industrie 
zu imponiren glaubten, antworten, er habe das alles in Ve- 
nedig gesehen. Schon hiedurch stand Venedig in Bezie- 
hungen zum byzantinischen Reiche, die mit den Luxus- 
waaren auch den Sitten Eingang schaffen mussten. Dazu 
kam auch eine eigenthümliche politische Verbindung. Ve- 
1') Als Hülfsmittel für die Architekturgeschichte Italiens in die- 
ser Epoche habe ich im Allgemeinen nur Agincourfs bekanntes Werk, 
das Prachtwerk von Gally Knight: Ecclesiastical Architecture in Italy, 
und Hope's auch in den Zeichnungen nicht sehr zuverlässiges, aber 
bequemes Handbuch: An historical essay on architecture anzuführen. Eine 
beachtenswerthe kritische Untersuchung giebt Gordero, conte di St. 
Quintino, delP italiana arehitettura durante 1a dominazione Longobar- 
dica, Brescia 1829.
        

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