Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932810
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Italien. 
Angenehme, für Ordnung und Civilisatioil. Daher entstan- 
den denn in den Städten auch Wissenschaftliche Anstalten, 
die bald einen grossen Ruf erlangten, aber sich weit von der 
Richtung der nordischen Wissenschaftlichkeit entfernten. Die 
Subtilitäteil theologischer Fragen beschäftigten die Italiener 
nicht, die Seholastik fand hier keine Aufnahme. Dagegen 
blühte in Salerno schon im elften Jahrhundert eine Schule 
der Medizin , 
zwölften eine 
hob sich in Bologna seit dem Anfmlge des 
bedeutende Rechtsschule. Von den Schriften 
der Alten gingen auch diese Wissenschaften aus, aber sie 
Waren auf praktische, bürgerliche Zwecke gerichtet. Es 
entstanden dadurch hier Lebensansichten und Verhältnisse, 
die sich von denen der anderen gleichzeitigen Völker weit 
entfernten und mehr den modernen näherten. Es War daher 
natürlich, dass diese mächtigen, wohlgeordneten 
Selbstgefülü erlangten, das sie bewegte, auch 
lichem Luxus und künstlerischem Schmucke mit 
Siädte ein 
in Öffent- 
dem Aus- 
lande, das sie auf ihren Handelswegen kennen lernten, und 
mit ihren Vorfahren in antiker Zeit, auf die sie stolz wa- 
ren, zu wetteifern.  
Nicht also kirchliche Begeisterung, sondern städtischer 
Patriotismus brachte die ersten Regungen nationaler Kunst 
hervor. Dies hatte mehrfache Folgen, nicht bloss die, dass 
sie von vorne herein einen mehr weltlichen Charakter an- 
nahm, sondern auch die, dass sich mannigfaltigere Rich- 
tmigen bildeten. Während in den nordischen Ländern zum 
Theil durch die weit verbreitete fürstliche Macht, durchweg 
aber durch den Zusammenhang der geistlichen Institute alle 
Kunstbestrebungen einen gemeinsamen Charakter trugen, 
entwickelten sich hier die einzelnen Städte und Landschaf- 
ten unabhängig von einander. Dazu kam, dass die geo- 
graphische Lage Italiens es fast ganz zum Grüinzlande macht 
und so mannigfachen Einflüssen des Fremden aussetzt,
        

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