Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932769
Mangel 
nationaler 
Einheit. 
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der 
ihre 
letzten Kaiserzeiten mehr 
Rechte auch unter der 
befestigt und abgeschlossen, 
Herrschaft der barbarischen 
Könige bewahrt mid in ihren Mauern die Elemente frühe- 
rer Ordnung geschützt. Sie standen zwar vereinzelt, oft 
feindlich, neben einander, sie wirkten nur auf ihre nächsten 
Llmgebungen, aber sie bildeten in den Wogen allgemeiner 
Verwirrung Inseln, auf denen die Reste alter Civilisatioil 
unangefochten blieben. Aber freilich bestand diese Bildung 
um in vereinzelten, trümmerartig erhaltenen Stücken frühe- 
rer Kultur, es fehlte ihr die lebendige 'l'riebkraft, es-fehlte 
ihr besonders das sittliche Element, die Unterordnung unter 
höhere Zwecke. Eine wahr-hafte nationale Einheit hatte 
Italien 
waren 
niemals besessen, seine vereinzelten Völkerschaften 
nur von den Römern unterworfen und zusammen- 
gehalten gewesen. Während der Glanzperiode römischer 
Herrschaft hatten die Italiener zwar vcrmöge ihrer Ver- 
wandtschaft mit der herrschenden Stadt einen Vorzug vor 
den übrigen Nationen des römischen Weltreiches, einen 
Anthcil an der Herrschaft Roms erlangt, die Sprache La- 
tiums war die Sprache des herrschenden Volks. Aber diese 
Sprache war jetzt eine todte geworden, die Sprache der 
Kirche, mit ihr über alle Länder verbreitet; das Reich war 
gefallen, das einigende Band zerrissen. Die ursprünglichen 
Verschiedenheiten der Landschaften erwachten wieder, wa- 
ren durch die verschiedenartige Mischung mit fremden An- 
Siedlern neu belebt und gekräftigt. Dazu kam, dass ger- 
manische Institutionen theilweise eindrangen, dass sich ne- 
ben den Städten ein Lehnsadel bildete, der germanischen 
Stammes war oder doch Rechte germanischen Ursprungs 
geltend machte. Aber auch dies fand nicht in allen Ge- 
genden in gleicher Weise statt. Ostgothen, Longobarden 
hatten vereinzelte Stiftungen ihrer Macht hinterlassen, Karl 
der Grosse, die deutschen Kaiser, soweit ihre Herrschaft
        

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