Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932605
in 
B ö-hm e n. 
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kenswerth ist aber die Anordnung der Seitenschiffe, welche 
sehr schmal und niedrig mit Kreuzgewölben bedeckt sind, 
und eine Gallerie tragen, die sich mit halbem Ton nen- 
gewölbe an das Mittelschiff" anlehnt. VVie dieses ur- 
sprünglich bedeckt gewesen, lässt sich wegen des vorhan- 
denen späteren Kreuzgewvölbes nicht erkennen St), dagegen 
bleibt jene, sonst nur im südlichen Frankreich vorkommende 
Bedeckung der SeitenschiEe allerdings auffallend. Das Alter 
dieser Anlage ist zweifelhaft, da das Kloster, schon im 
zehnten Jahrhundert gestiftet, später Wiederholt, namentlich 
im Jahre 1142, durch Brand litt. Indessen spricht die un- 
gewöhnliche Anlage und die rohe Form der Gesimse und 
Kapitäle dafür, dass die erwähnten 'l'hcile einem älteren, 
diesem Brande vorhergehenden Bau angehören. 
Von einem anderen romanischen Gebäude in Prag, der 
Kirche St. Johann in vado (unfern der Brücke], sind 
nur wenige, zu Privathänsern verwendete Mauern erhalten. 
Das gänzlich verschwundene Langhaus scheint, nach Maass- 
gabe der noch erkennbaren Choranlage, cinschiffig gewesen 
zu sein. Der Chor bestand nämlich aus einer Concha, die 
aber , sehr ungewöhnlicher-weise7 mit zwei als Kreuzarrne 
hervortretenden, ganz gleichen Conchen verbunden war. 
Die Bekehrung Böhmens wurde zuerst (lurch die grie- 
chischen Mönche Cyrillus und Methodius bewirkt, welche 
sich zwar der römischen Kirche Llnterwarlen, aber doch 
wiederholt der Einführung griechischer Ceremonien beschul- 
digt wurden.  wäre daher denkbar, dass durch sie auch 
in die Baukunst griechische 'l'raditionen übergegangen wä- 
ren, indessen lassen sich davon keine Spuren entdecken. 
 Mertens, a. a. O. S. 20, nimmt an, dass das Miftelschiff ein 
Tonnengewölbe gehabt und die ganze Gewölbanlage also der in Süd- 
frankreich gewöhnlichen geglicherx habe, jedoch ohne diese Vermuthurlg 
näher zu begründen.
        

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