Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932578
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Romanischer 
Styl 
Hersfeld zu nennen,  eines der mächtigsten Gebäude des 
elften Jahrhunderts, eine Basilika, auf sechzehn schlanken, 
monolithen Säulen ruhend, mit Kreuzarmen und Conchen 
auf denselben, von Dimensionen, wie sie sich ausserdem 
nur in der kaiserlichen Stiftung von Limburg an der Hardt 
finden, 245 Fuss lang, 74 Fuss breit  Jünger und 
zierlicher ist die Klosterkirche zu Ilbenstadt in der Wet- 
terau, 1123 gegründet , 1159 geweiht; in gewöhnlicher 
Kreuzgestalt, das Langhaus von zehn Arcaden, die Kreuz- 
arme mit Nischen , der Chor mit quadrater Vorlage und 
einer Concha von der Breite des Mittelschilfes, auf der 
Westseite eine Vorhalle mit zwei Thürmcn. Die Kirche 
ist im fünfzehnten Jahrhundert überwölbt und später theil- 
weise verändert, die ursprüngliche Form aber (lurclnveg 
wohl erkennbar w?) Die reiche Gliederung der Schcidbögen 
gleicht der in der Kirche zu Thalbürge-l, die Pfeiler dage- 
gen zeigen im Vergleich zu dieser Kirche schon eine wei- 
tere Ausbildung; indem sie sämmtlich mit vier angelegten 
Halbsäulen besetzt und zwar meistens viereckigen, in der 
nördlichen Reihe jedoch theils viereckigen, theils runden 
Kernes sind, eine Art der Abwechselung, die sich an keine 
der bisherigen Schulen anschliesst gebt). Die Basis hat 
durchweg den Eckknollen. Die Kapitäle sind meistens un- 
verziert in der Gestalt länglich gezogener Würfel, einige 
jedoch auch mit Reliefs geschmückt. Eines derselben ent- 
1') Buchonia, Band 4, Heft 1, S. 143. 
 Miillerls Beiträge I. S. 81. Taf. X. XIX. XX. Ueber die 1'0- 
manische Kirche zu Breitenau in Hessen, welche nicht unbedeutend 
sein soll, fehlen mir nähere Nachrichten. 
 Die Rundpfeiler mit den vier angelegten Halbsäulen gleichen 
ihrem Grundrisse nach schon den Pfeilern des frühgothischen Styles in 
Frankreich und Deutschland, die auch an ihnen angewendeten Würfel- 
kapitäle machen es dennoch unwahrscheinlich, dass das Schiff etwa 
lange nach der Einweihung des Ohores (1159) unter dem Einflusse des 
gothischen Styles entstanden sei.
        

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