Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932528
in 
Schwaben. 
143 
stalten, von flacher und eckiger, fast nur skizzirter Sculptur, 
weit über die Fläche der Mauern vortretend, zeigen schon 
so früh (1082  1091) die derbe Ornamentik, Welche 
sich in diesen Gegenden auch später erhielt  Andere 
ähnliche Säulenbasiliken sind die Kirchen zu Alpirsbach 
(1095) w), zu Steinbach bei Comburg, das Münster von 
Schaffhausen, und die Pfarrkirchen zu Brenz bei Heiden- 
heim und zu Faurndau bei Göppingen. Die beiden letz- 
ten, Wahrscheinlich gegen die Mitte des zwölften Jahrhun- 
derts erbaut, haben am Westende eine offene Empore, und 
sind überhaupt reicher ausgestattet. 
Die Reihe der Pfeilerbasiliken beginnt sehr frühe mit 
dem Dom in Augsburg (991  1077) für]; die Johannis- 
kirche zu Gmünd (um 1100), die schon 1080 gestiftete, 
aber wohl erst im Anfange des folgenden Jahrhunderts 
gebaute Stiftskirche zu Sindelfingen, die Kirchen zu 
Bottweil, Pforzheiln, Dettingen, Denkendorf bei 
Esslingen, die Stiftskirche zu Ellwangen (1124 gegrün- 
det), eine der stattlichsten Basiliken des Landes, das grosse, 
später überwölbte Schilf der Klosterkirche zu M aulbronn 
(1148  1178)  gehören dieser Reihe an. Mehrere 
 Vgl. Manch a. a. O. 
w) Freih. v. Stillfried, Hohenzollerisehe Alterthümer. 
WM] Ans dieser Bauzeit stammt die Krypta und die Pfeilerreihe 
des Schiffes, welches jedoch später (1321 -1356) durch Hinzufügung 
von äusseren Seitenschiffen, Gewölbdiensten an den alten Pfeilern und 
Kreuzgewölben verändert wurde. Bemerkenswerth ist, dass die alte, 
schon seit dem achten Jahrhundert bestehende Kirche, wahrscheinlich 
aus lokalen Rücksiehten, den Chor im Westen hatte. Erst bei einem 
Bau des vierzehnten Jahrhunderts wurde (1356-1431) ein prachtvoller 
neuer Chor auf der Ostseite angelegt. Vgl. Allioli, die Broncethüre 
des Domes zu Augsburg, 1853, S. 34 tl. 
 In Sindelfingen und in Gmünd haben die Pfeiler Ecksäulehen, 
in Maulbronn unter den Scheidbögen angelegte Halbsäulen. Die Vor- 
halle der Westseite und der schöne Kreuzgang von Maulbronn stammen 
aus einer späteren Zeit.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.