Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932450
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Bomanischer 
Styl 
im 
Elsass. 
mit Eckknollen, von denen einige die Gestalt eines Vogel- 
kopfes haben. Ueber den SeitenschiHen befindet sich eine 
Gallerie, deren ursprünglicher Zustand aber durch eine spä- 
tere Veränderung entstellt ist. Das Aeussere des Schiffes 
zeigt kleine Strebepfeiler und Kragsteine mit Figuren, die 
Chornische und die Facade sind reicher mit Halbsäulen 
geschmückt, die so angeordnet sind, dass sie zum Theil 
auf dem Scheitel der Bögen von Fenstern und Portalen 
ruhen. Nach einer urkundlichen N achrichtsoll die Kirche 
schon im Jahre 1094 vollendet gewesen sein, und selbst 
ein neuerer Besucher  ist geneigt, auch die Wölblmg 
dieser frühen Zeit zuzuschreiben, allein die Anwendung des 
Spitzbogens, der selbst in der sogleich zu erwähnenden 
Kirche von Rosheim noch nicht vorkommt, gestattet, un- 
geachtet der alterthümlich erscheinenden Rohheit der For- 
men, die Annahme einer so frühen Entstehung nicht. 
Interessanter, aber auch räthselhafter, ist die Kirche zu 
Rosheim. Sie ist im Jahre 1049 durch Papst Leo IX. 
geweiht, und diese Nachricht, verbunden mit den unge- 
wöhnlichen Formen, hat die Meinung erzeugt, dass hier 
Italiener wirksam gewesen seien. Ohne Zweifel stammt 
indessen das Gebäude im Wesentlichen erst aus dem 
zwölften Jahrhundert, und seine Formen rechtfertigen die 
Annahme eines italienischen Einflusses keinesweges 2'595). 
Nur die Faeade hat etwas Antikisirendes und eine an ge- 
wisse italienische Bauten erinnernde einfache und klare An- 
i") Canmont, Bull. mon. XVII. p. 251. 
M] Caumonifs Versicherung (Bull. monum. XII. p. 158), dass 
diese Kirche dem Dome zu Ancona auffallend gleiche, wird durch die 
Abbildungen dieses Domes keinesweges, oder doch nur in so allge- 
meiner Weise bestätigt, dass sie ihren Werth verliert. Abbildungen 
von Rosheim bei Gailhabaud, von Ancona bei Aginconrt Taf. 25. Nro. 
35-39. 67. Nro. 10. 68. Nro. 21. 69. Nro. 28. und in Gally 
Knighfs Italy.
        

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