Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932409
Frühzeitige 
Gewölbbautelm. 
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wähnte Klosterkirche Abdinghof zu Paderborn und das 
Patroklusmünster zu Soest haben kahle Mauern ohne Bogen- 
fries und Lisene. Von einer Weiteren Ausbildung des Basi- 
likentypus durch rhythmische Verhältnisse und feinere Details 
war daher nicht die Rede. Dagegen scheint es, dass die 
Wölbung hier frühe aufgekommen. Für diese Annahme 
spricht schon der Umstand , dass nur zwei Kirchen, die der 
Klöster Kemnade und Fischbeek, die flache Decke behalten 
haben '19. Alle anderen sind später überwölbt und zum 
Theil mit so schwerer und unbehülflicher Verstärkung der 
Pfeiler, dass es nur in einer sehr frühen, mit den Erforder- 
nissen der VVölbung noch nicht genau bekannten Zeit ge- 
schehen sein kann. Dahin gehört wieder die kolossale- 
Klosterkirche Ab dinghof, die jetzt als Magazin und 
Zeughaus benutzt und durch eine Balkenlage getheilt, deren 
Construction aber noch sehr wohl erkennbar ist. Der ur- 
sprüngliche, von Meinwerk herrührende Bau wurde im 
Jahr 1058 durch eine Feuersbrunst zerstört, Worauf im 
Jahre 1078 eine neue VVeihe erfolgte. Im Jahre 1151 litt 
das Kloster Wiederum durch Brand, und es muss dahin ge- 
stellt bleiben, 0b jene Ueberwölbung nach dem ersten oder 
nach dem letzten Brande erfolgt ist, bei welchem um das 
Kloster, nicht die Kirche erwähnt wird  Die SeitenschiHe 
waren ursprünglich gewölbt, das Mittelschiff ist aber erst 
später mit sehr weiten GßVVölbt-Bl] ungewöhnlicherweise 
immer über drei Arcaden überspannt, deren gewaltige un- 
1') Lübke a. a. O. S. 69. Fischbeck, obgleich auf dem rechten 
Weserufer, gehörte zum Bisthum Minden. Bemerkenswcrth ist indessen, 
dass beide Kirchen an der Gränze des sächsischen Styls, wo flache 
Decken gewöhnlich waren, liegen. 
H] Schaten Annales Paderbornenses I. 482 u. T88. Lübke a. a. 
O. S. 62 schreibt die Gewölbe sogar der Zeit nach einem Brande von 
1165 zu, was mir bei ihrer ungeschlachten Anlage unwahrscheinlich 
scheint.
        

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