Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932352
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Romanischer 
Styl 
der 
Rheinlande. 
kung der lombardischen Schule auf die rheinische Baukunst 
angenommen und diesem Style selbst den Namen des 
Lombardischen gegeben. In der 'l'hat haben beide 
Schulen mannigfach verwandte Züge, Welche Wechselseitige 
Mittheilungen vermuthen lassen, bei denen aber, wie ich 
bei der Schilderung der italienischen Monumente näher zei- 
gen Werde, eher der Vorgang der rheinischen Gegenden, 
als der italienischen anzunehmen ist. Auch stimmen beide 
Schulen Illll" in Einzelheiten überein, während ihr Entwicke- 
lungsgang im Ganzen entgegengesetzte Richtungen ein- 
schlägt. In Italien kehrte man wenigstens in der Orna- 
mentation immer wieder zu den antiken Vorbildern zurück, 
in den Rheinlanden entfernte man sich im Laufe dieser 
Epoche mehr und mehr von ihnen, und näherte sich den 
Formen, die im übrigen Deutschland herrschten. Die Ka- 
pitäle, die wir in Echternach noch treu den korinthischen 
nachgebildet fanden, sind in der Kapitolskirche von Köln, 
in den oberrheinischen Domen und ferner durchweg würfel- 
förmig. Gegen das Ende der Epoche werden sie reicher 
verziert; die kleine Kirche von Schwarzrheindorf giebt allein 
schon eine ganze Reihe mannigfaltiger Motive. Unter den- 
selben Iinden sich zwar einige, die wieder an das Kelch- 
kapitäl erinnern, aber doch nur mit höchst schwachen An- 
klängen an die korinthische Form; mehrere haben wie in 
Sachsen dieselbe conventionelle Blume, deren Schwung die 
eckige Gestalt des VVürfels andeutet, andere sind schon 
phantastischer, derber und zeigen nicht die Richtlnig 
auf das Bescheidene 1n1d Anmuthige der sächsischen Or- 
namentation, sondern eine Neigung für vollere und üppigere 
Schönheit, die sich in der folgenden Epoche mehr ausbil- 
dete. Das Eckblatt der Basis ist hier wie dort durchgän- 
gig angewendet, erhält aber hier schon öfter einen An- 
klang an natürliche Blätter oder Theile des 'l'hierkörpers,
        

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