Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932270
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Romanischer 
Styl 
der 
Rheinlande. 
verschieden von 
llervorbrachten. 
der , 
welche 
Jene 
sächsischen 
Monumente 
Der Pfeilerbau, bis dahin einfönnig und ermüdend , hatte 
nun durch den Wechsel einfacher und verstärkter Pfeiler 
eine Gliederung und eine rhythmische Abtheilung erhalten, 
ähnlich, aber viel energischer und belebter wie in den säch- 
sischen Bauten. Die Weiten, hochgelegenen Gewölbe, de- 
ren Kreuzlinien sich bis an das Ende des Raumes erstre- 
cken, die hohen und kräftigen Halbsäulen, die zu ihnen 
hinaufführen, geben diesen Domen einen Ausdruck von 
Kühnheit und Kraft , wie ihn die karolingischen Kuppeln 
nicht gewährt hatten, Lllld von dem die sächsischen Basili- 
ken Weit entfernt Waren. Wenn sie aber diese in der S0- 
lidität und Wirkung übertreffen, so stehen sie ihnen in 
Beziehung auf Anmuth und Naivetät nach; Wir vermissen 
die schlanke Säule, die zierliche Ausbildung des Pfeilers, 
die einfache und klare Harmonie der Verhältnisse. Der 
gerade hinauflaufende Stamm der Gewölbträger erscheint, 
obgleich übermässig hoch, dennoch schwer, weil er ohne 
Verjüngung und ohne den belebenden Schatten freier Be- 
leuchtung ist. Ueberdies haftet er an den gewaltigen Pfei- 
lern, von denen jeder, um der Last des Gewölbes zu ge- 
nügen, eine selbstständige feste Mauer bildet und mit der 
oberen Mauer in Verbindung steht. Daher erscheint auch 
diese hier schwerer und massenhafter, und selbst die Wöl- 
bung mit ihren grossen, quadraien Abtheilungen, mit dem 
langsamen Sclnvunge des Rundbogens lastet mehr auf uns 
als die einfache ununterbrochene Fläche der Ilolzdecke. 
Ein Zug nationaler Verwandtschaft ist dennoeh nicht zu 
verkennen. Der ganze Bau erscheint zwar grandioser und 
gewaltiger als jene sächsischen Kirchen, aber er giebt doch 
wieder vermöge der Schmucklosigkeit seiner Glieder und
        

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