Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932254
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Romanischer 
Styl 
der 
Rheinlande. 
Langhaus später, der Kreuzgang endlich, Welcher in die 
westlichen Portale führt, noch lange nach jener Weihe, 
vielleicht erst am Anfange des dreizehnten Jahrhunderts, 
in der aumuthigsten Pracht des damaligen rheinischen 
Styles erbaut. Die Ungleichheit der Säulenweiten, welche 
zu gross ist, um sie bloss der im Mittelalter höchst ge- 
wöhnlichen Nachlässigkeit in Beziehung auf Maassverhält- 
nisse zuzuschreiben, die Anlegung der Doppelfenster in den 
Gewölbfeldern der SeitenschiHe lassen auf ein Schwanken 
während des Baues schliessen, das vielleicht dadurch ent- 
stand , dass man auch hier erst im Fortschritte desselben 
sich zur Ueberivölbmlg bestimmte. Die zierlichereir Formen 
des Langhauses können zwar Zweifel über die Beziehung 
der Einweihung von 1156 auf diesen Theil des Gebäudes 
erwecken, besonders wenn man an die Formen jener kurz 
vorher entstandenen Dome zurückdenkt. Allein bei dieser 
Vergleichung muss man auch die Verschiedenheit der Ge- 
gend berücksichtigen. Während man sich am Oberrhein 
des harten, dunkelrothen Sandsteins vom Main lnid Neckar 
bedienen musste, und dadurch an rohere Formen gewöhnt 
War, standen den uicderrheinischeil Meistern mancherlei 
leicht zu behandelnde Steinarteil zu Gebote. Daher hatte 
sich in der Diözese von Trier , zu der Laach gehörte, und 
in der von Köln, an die es angränzte, schon ein zierlicherer 
Styl gebildet, der in beiden erzbischöflichen Städten unge- 
fähr gleichzeitig mit der Vollendung des Laachel" Baues 
eben so und noch weiter entwickelte Leistungen hervor- 
brachte 41). 
d") Ich erinnere dabei für Trier an die durch Erzbischof Hillinus 
(1152-1169) ausgeführten Theile des Domes, welche sogar schon 
Uebergangsformen zeigen, für die Kölner Diöcese an die gleich zu er- 
wähnende Kirche von Schwarzrheindorf und an den Chorbau an St. 
Gereon, der, wie F. v. Quast bewiesen hat (Rhein. Jahrb. Bd. XII), 
in den Jahren 1121 bis 1156 entstanden ist.
        

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