Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932232
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Romanischer 
Styl 
der 
Rheinlande. 
(Lacus), ein beliebtes Ziel der Wanderer. Im Jahre 1093 
gegründet, von ihrem Stifter jedoch kaum über die Fun- 
damente hinausgeführt, von seinem Sohne Pfalzgraf Sieg- 
fried um 1112_weiter gebaut, erhielt sie erst im Jahre 
1156 die Weihe k]. Beziehen sich diese Daten, was zu 
bezweifeln keine genügenden Gründe vorliegen, Wirklich 
auf das vorhandene Gebäude in seinen Haupttheilen, so 
bestätigt es die Annahme, dass jene beiden Dome, deren 
System es sich anschliesst, schon vom Ende des vorher- 
gegangenen Jahrhunderts stammen. Es hat, wie jene Dome, 
Kreuzgestalt und einen Westchor, eine Kuppel auf der 
V ierung des östlichen Kreuzes und vier Thürme, zwei vier- 
eckige im Osten, zwei runde im Westen. Die Dimensionen 
sind hier kleiner (die lNIittelschiHbreite kaum 28, die Höhe 
55, die Intercolulnnien verschieden, von 131f2 bis l7ifg, 
die Seitenschiffe 14 Fuss breit und 26 hoch], aber die 
Ausführung ist so harmonisch, dass das Ganze einen seln' 
würdigen und ernsten Eindruck macht. Die Abweichungen 
von jenen Dornen sind schon sehr bedeutend, die Pfeiler 
 Abbildungen bei Geier und Görz a. a. O. Die Weihe vom 
Jahre 1156 beruht auf dem Zeugnisse des Brower (Annal. Trevir. II. 
p. 61), der sich auf nicht näher angegebene alte Manuscripte bezieht, 
wahrscheinlich also auf kirchliche Notizen. Ueber die Baugeschichte 
giebt hauptsächlich die Urkunde des Pfalzgrafen Siegfried vom Jahre 
1112 (Günther Cod. dipl. rhen. I. p. 172) Auskunft. Dieser sagt darin, 
dass sein Vater nur die Fundamente gelegt (fundamentum tan- 
turnlnodo posuit), und dass er selbst in seiner Jugendjdie Pflicht 
der Fortsetzung des Baues vernachlässigt habe, und fährt dann fort: 
post-modum vero poenitentia ductus, quod neglexeram devotissime 
corrigere studni. Im weiteren Verlaufe der Urkunde scheint er die 
Kirche schon als vollendet vorauszusetzen, indem er angiebt, dass er 
sein castellum ecclesiae vicinum aus Sorge für die Ruhe der Brüder 
abgebrochen habe. Indessen kann man daraus natürlich nicht auf die 
bereits erfolgte Vollendung des Baues schliessen, über die denn auch 
der weitere Inhalt der Urkunde eben so wenig, wie die Bestätigung, 
welche Papst Innocenz II. im Jahre 1138 dem Kloster gab (a. a. O. 
p. 241), irgend etwas ergiebt.
        

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