Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932192
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Romanischer 
Styl 
der 
Rheinlandes. 
daher eine Herstellung erhalten haben. Indessen findet sich 
keine Nachricht über dieselbe. Auch in den folgenden Jahr- 
hunderten fanden Feuersbrünste statt, allein von einer gänz- 
lichen Zerstörung, von einem Brande, der einen Neubau 
nöthig machte, ist nicht die Rede. Erst in neuerer Zeit 
war das ehrwürdige Werk wiederholten Verwüstungen 
unterworfen, und zwar beide Male durch französische Ar- 
meen. Zuerst bei der berüchtigten Verheerung der Pfalz 
durch die Generale Ludwigis XIV. im Jahre 1689, wo es 
so ernstlich auf die Vernichtung des Domes abgesehen 
war, dass man Mineurs in die brennende Stadt schickte, 
um seine Mauern niederzlneisseil. Allein ihre Festigkeit 
trotzte diesem Angriffe und den Unbilden der Witterung, 
denen sie lange ausgesetzt blieben. Endlich im achtzehnten 
Jahrhundert, leider nicht ohne Entstellung einzelner Theile, 
restaurirt, wurde der Dom in den Revolutionskriegen aufs 
Neue von den Franzosen heimgesucht; die Kaisergräber 
wurden mit empörender Rohheit geplündert und zerstört, 
und das Gebäude selbst sollte, nach einem bereits entwor- 
fenen Plane, der Erde gleich gemacht werden, um einen 
Platz für Feste der modernen Freiheit zu gewähren. Dieser 
wahnsinnige Gedanke wurde zwar aufgegeben, aber die 
108]: Hoc anno (1159) insignis ecclesia illa et regium opus ad Spiram 
civitatem igne consumta est, et desuper continuitate muri rupta ruina 
molesta plerosque invoivit, sicut tunc fama fuit. Radevicus, obgleich 
weder Augenzeuge, noch zu Speyer wohnend, verdient in Betreff der 
Thatsaehe Glauben; sein Zusatz, sicut tunc fama fuit, scheint sich 
nicht sowohl auf die Feuersbrunst überhaupt, als darauf zu beziehen, 
dass man von dem Verunglücken vieler Menschen gesprochen, was der 
Chronist nicht verbürgen will. Dass bei diesem Brande Gewölbe ein- 
gestürzt seien (wie Geissel und Wetter, der Dom zu Mainz S. 29, ge- 
folgert haben], ist zwar nicht ausdrücklich gesagt, indessen scheinen 
die Worte es doch anzudeuten. Schon im Jahre 1137 wird von eini- 
gen Chronisten ein Brand gemeldet, jedoch in Verbindung mit An- 
gaben, welche anderen unzweifelhaften Daten widersprechen. (Geissel 
a. a. 0. S. 83.)
        

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