Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932168
Der 
Dom 
Zll 
Mainz. 
107 
oben zwei Fenster, unterhalb derselben aber zwei Mauer- 
blenden, welche durch die vonagende Mauer der Pfeiler 
oder, wie man will, durch die Verdünnung der Mauer 
über den Scheidbögen gebildet werden. Oberhalb derselben 
zieht sich ein horizontales Gesimse, das jedoch durchweg 
von den Pfeilervorlageil unterbrochen und mithin nur in den 
Mauerblenden sichtbar ist. Alle Details sind von der höch- 
sten Derbheit und Einfachheit, vermöge der engen Pfeiler- 
Stellung auch alle Bögen verhältnissmässig kleine Halbkreise. 
Das Ganze erscheint daher, ungeachtet der bedeutenden 
Breite des Mittelschilfes von 36 Fuss und der noch be- 
deutenderen Höhe desselben von etwa 100 Fuss, höchst 
schwer und massiv, wie derm in der 'l'hat die Mauermasse. 
noch eine gewaltige ist. Aber es ist dessenungeachtet 
höchst grossartig und imposant. 
Genau (lasselbe System, jedoch mit einigen Verbesse- 
rungen oder Vcrschönerungen, zeigt der Dom zu Speyer  
Jene Mauerblenden sind nämlich hier höher hinaufgezogen, 
so , dass die Oberlichter nicht über ihnen, sondern inner- 
halb ihres Bogens liegen. Sie gehen in der Mitte dieses 
Fensterpaares von dem Würfelkapitäl einer Halbsäule aus, 
welche hier auch an den mittleren Pfeilern angebracht ist. 
Das Kähnpfergesimse der Pfeiler zieht sich auch an der 
Stirnseite herum und lässt nur die Halbsäulen frei. Das 
horizontale Gesimse besteht hier wie dort, dagegen haben 
die gewölbtragenden Halbsäulen noch in der Höhe zwischen 
dem Kälmpfer und jenem Gesimse einen kapitälartigen Ring, 
bei dem es aber zweifelhaft ist , 0b er der ursprünglichen 
Anlage oder welcher späteren Zeit angehört. Das Ganze 
 Gute Aufnahmen, leider wegen der Unterbrechung der Her- 
ausgabe nur wenige, bei Geier und Görz a. a. 0. Ueber die Geschichte 
des Domes giebt Geissel, der Kaiserdom zu Speyer, 1828 vollständige 
Nachrichten. Vgl. auch meinen Aufsatz im Kunstblatt 1845, S. 263.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.