Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932124
Der 
Dom 
Zll 
Mainz. 
103 
der karolingischen Bauten in Krypten und SeitenschiHen 
angewendet, die Verbindung von Halbsäulen mit Pfeilern 
aus römischen Bauten bekannt und bei jenen kleineren 
Wölbungen schon benutzt, die Pfeilerform endlich durch- 
gängig herrschend. Die technischen Schwierigkeiten konn- 
ten nicht unüberwindlich scheinen, die Mittel nicht überall 
fehlen. Es kam daher nur auf den muthigen Gedanken 
an, eine alte Gewohnheit zu verlassen, der allerdings, wie 
die Geschichte zeigt, immer lange ausbleibt. Wo und 
wann dies zuerst geschah, wissen wir zwar wiederum 
nicht mit voller Gewissheit, können aber doch mit grosser 
Wahrscheinlichkeit die Stellen aufzeigen, wo wir zu suchen 
haben. Die grossen Dome des Mittelrheins, zu Mainz, 
Speyer und Worms, zeigen, nebst der Klosterkirche zu 
Laach, die Wölbung in übereinstimmender und höchst 
primitiver Form, wenn auch zum Theil mit vielfachen spä- 
teren Aenderungen; auch die historischen Daten leiten darauf 
hin, in ihnen den Anfang dieser neuen Bauweise zu ver- 
muthen. Zuerst werden wir auf den Dom in Mainz  
hingewiesen, dessen Langhaus, abgesehen von gewissen, 
auch an diesem Theile der Kirche erkennbaren späteren 
Aenderungen die alterthiimlichsten Formen und zugleich 
Pfeiler zeigt, die schon vom Boden an auf die Anlage von 
Kreuzgewölben bereclmet sind. Wir wissen geschichtlich, 
dass Erzbischof Willigis, der Vertraute des kaiserlichen 
Hofes, während der Minderjährigkeit Otto's III. 'l'heilneh- 
mer an der Regentschaft, im Jahre 978 den Bau einer 
 Wetter, der Dom zu Mainz, 1835, giebt das Historische im 
Wesentlichen vollständig und zuverlässig. Genügende Abbildungen 
fehlen. Die Streitfrage über das Alter dieser und der anderen ver- 
wandten Kirchen ist von v. Quast, die romanischen Dome zu Mainz, 
Speier und Worms, Berlin 1853, in meiner Anzeige dieser ausgezeich- 
neten Schrift im Deutschen Kunstbl. 1853, S. 393 ff., und endlich von 
Kugler (daselbst 1854, S. 12 ff.) abweichend beantwortet.
        

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