Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932078
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R omanischer 
Styl 
der 
Rheinlande. 
gelegt, der Chor selbst aber ist, vielleicht Wegen der Enge 
des Felsens, auf dem das Kloster stand, geradlinig ge- 
schlossen. Schon die für eine Basilika des elften Jahrhun- 
derts ungewöhnlich grossen Dimensionen der Kirche (sie 
hat eine Mittelschitfbreite von 381f2 Fuss und bis zum 
Dachgebälk eine Höhe von 75 Fuss) zeigen, dass der 
Kaiser bei dieser auf dem Boden seines Stammschlosses 
gegründeten Kirche etwas Ausgezeichnetes stiften wollte. 
Es kann daher wohl sein, dass er auch Baumeister aus 
anderen Gegenden herbeizog, oder doch die schlanke Form 
der Säule gerade deshalb wählte, weil sie hier weniger 
üblich war. Die dritte und letzte der rheinischen Säulen- 
basiliken, die vom Erzbischof Anno im Jahr 1066 gegrün- 
dete Stiftskirche St. Georg in Köln hat sehr viel rohere 
Form, schwere Säulenstännne lmd plumpe Würfelkapitäle. 
Eine Veranlassung, welche hier die ungewöhnliche An- 
wendung der Säulen herbeiführte, ist nicht bekannt, sie ist 
aber jedenfalls auch hier am Niederrhein vereinzelt. 
Ausser diesen Kirchen kommt eine Wirkliche Säulen- 
basilika in den niederrheinischen Gegenden nicht vor  
Dagegen Iindet sich einmal, nun aber auch ganz vereinzelt, 
an der äussersten westlichen Gränze Deutschlands eine 
Kirche mit wechselnden Säulen und Pfeilern, und 
 Man würde dahin das Gebäude des ehemaligen Klosters Eber- 
bach im Rheingau rechnen müssen, welches Geier und Görz in ihrem 
Werke über romanische Bauten am Rhein, und Lassaulx in seinen Zu- 
Sätzen zu Klein's Rheinreise als die ältere, vor 1135 gebaute Kirche 
bezeichnen, wenn die Annahme des Letzten, dass die Gewölbe erst 
später eingesetzt seien, richtig wären. Allein wahrscheinlich ist weder 
dies gegründet, noch das Gebäude so alt, noch überhaupt eine Kirche. 
Dies letzte anzunehmen verbietet der Mangel einer schickliehen Altar- 
stelle, da die kleine Nische dazu nicht ausreiehte, und später einge- 
brochen seheint. Ohne Zweifel ist dieser dreischiffige Saal mit schlan- 
ken Säulen, kelchförmigen Kapitälen und stark überhöhten Spitzgewöl- 
ben ein Refeetorium U31] 1., 59' br. und nur Qßilf hoch) aus der 
Spätzeit des zwölften Jahrhunderts.
        

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