Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932061
Pfeilerbasilikeln. 
97 
auch in der Kirche zu 
entstanden sein kann. 
Mittelheim , 
welche 
erst 
um 
1140 
Säulenbasiliken sind äusserst selten und kommen 
fast immer unter Umständen vor, die ihnen eine ungewöhn- 
liche Stellung geben. Zunächst gehört dahin die kleine 
St. Justinuskirche zu Höchst am Main, deren Säu- 
lenreihen durchweg gleiche skizzirte korinthische Kapitäle 
haben. Die Kirche wurde im Jahr 1090 wegen ihres Ver- 
falls durch den Erzbischof zu Mainz dem Kloster St. Alban 
mit der Verpflichtung zur Herstellung überwiesen, ihr Bau 
stammt daher unzweifelhaft aus dieser Zeit; indessen ist 
es Wohl denkbar, dass die ungeachtet des Verfalls der 
Mauern erhaltenen Kapitäle des älteren Baues dabei be- 
nutzt worden sind, und so die Veranlassung gaben, die 
Kirche wiederum als Säulenbasilika herzustellen  Die 
zweite ist die grosse, in wahrhaft imposanten Verhältnissen 
erbaute Klosterkirche zu Limburg an der Hardt  
Welche Kaiser Konrad II. an demselben Tage des Jahres 
1030 gründete, an welchem er auch den Grundstein des 
Speyerer Domes legte. Sie zeigt, seit einem Brande von 
1504 Ruine, noch den ursprünglichen Bau. Zehn Säulen 
mit stark verjüngten, ziemlich schlanken Schäften, attischer 
Basis ohne Eckblatt, einfachen Würfelkapitälen, begränzen 
auf jeder Seite das Langhaus. Auf der Ostseite des Kreuzes 
sind, wie in den sächsischen Kirchen, kleine Nischen an- 
m] Abbildungen bei Gladbach a. a. O. Taf. 7 -1l1.  F. 
v. Quast, in der angeführten Schrift über die Dome von Mainz u. s. w., 
schreibt nicht bloss die Kirche, sondern auch diese Kapitäle dem Ende 
des elften Jahrhunderts zu. Indessen wäre dies der einzige Fall, wo 
man in so später Zeit [denn die bald zu erwähnende Kirche zu Echter- 
nach ist um mehr als sechzig Jahre älter) nach antiker Weise ganze 
Reihen gleicher korinthischer Kapitäle angeordnet hätte, so dass es 
wahrscheinlicher scheint, dass diese aus einem älteren Bau stammen. 
H] Abbildungen bei Geier und Görtz a. a. 0. 
IV. 2. 7
        

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