Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-931989
Details. 
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einem Rlmdstabe, nur an den Chören von Wechselburg 
und Königslutter sind sie von wirklichen Säulen mit Basis 
und Kapitäl begränzt. Rosenartige Fenster finden sich erst 
in der zweiten Hälfte des 12. Jahrlr, wie in Wechselburg 
und in den später zu erwähnenden Braunschweigischen 
Kirchen. Die Portale sind durch eine oder mehrere in die 
Ecken der 'l'l1ürgewände gestellte Säulen verziert, selten 
aber so reich, wie in Thalbürgel und in Paulinzelle, wo 
auf jeder Seite vier Säulen stehen, und niemals von bedeu- 
tender Höhe. Die Archivoltexl über ihnen geben gewöhn- 
lich den regelmässigen und wohlthuenden VVechsel kräfti- 
ger, aber nicht weiter verzierter Rundstäbe und Ecken. 
Zuweilen (wie an den Portalen zu Wechselburg und an 
der Neumarktskirehe in Merseburg) treten an die Stelle 
der Rundstäbe andere durch eine Auskehlung verzierte 
Ecken. Das Bogenfelrl war stets mit Bildwerk oder Ma- 
lerei St) oder doch mit Arabesken im) geschmückt. Zuwei- 
len gab man auch dem Bogenfelde noch eine viereckige 
Einrahmung, öfter dem ganzen Portal eine Einfassung durch 
herumgeführte Rundstäbe, die auch wohl als eine Fort- 
setzung des Basaments mit demselben verbunden wurden  
Die Säulenstämrne der Portale sind häufig, die Säulen 
der Kirchenschiffe und die kleinen Säulchen der 'l'ragepfeiler 
F] Spuren derselben sieht man noch in Paulinzelle (Taf. 11) 
und in der Petrikirehe zu Erfurt (Taf. 11 bei Puttrich). 
 Eigenthümlich ist dabei die Abtheilung des Bogenfeldes in 
zwei Quadranten, die sich auf dem Petersberge bei Halle (Taf. 11) 
geradlinig, an einem Seitenportale zu Paulinzelle (Taf. 14, Fig. D) 
durch zwei gleichsam aus der Mitte des Deckbalkens aufwachsende 
Aeste zeigt, und auch der Bildung der freieren Arabesken zum Grunde 
liegt. Offenbar bezweckte man dadurch den Mittelpunkt zu betonen 
und so den Kreisgedankexi rege zu erhalten. 
da") Beispiele bei Puttrich das Portal der Petrikirche zu Erfurt 
Taf. 11, das der Neumarktskirche zu Merseburg Taf. 9, endlich das 
auf dem Petersberge bei Halle Taf. 11.
        

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