Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-931944
Maassverhältnisse. 
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zelle und Thalbürgel) fügte man aber auch noch eine be- 
sondere, niedrigere Vorhalle hinzu ü), Welche in der ersten 
beider genannten Kirchen von bedeutender Grösse imd reich 
geschmückt War. 
Die Dimensionen dieser Kirchen sind im Ganzen 
mässig. Die Breite des Mittelschiifs, die in Drübeck (einer 
der kleineren unter den genannten Kirchen) und in Gernrode 
21 Fuss beträgt, steigt in Paulinzelle und Hecklingen auf 
25 und 26, in den grössesten dieser Kirchengruppe in 
Thalbiirgel und S. Michael von Hildesheim de?) auf 30. Die 
Seitenschiffe und die Intercolunmien haben stets etwas mehr 
als 
die 
halbe 
Breite 
des 
Mittelschiffs. 
Dass 
das 
Verhält- 
niss der Länge zur Breite nicht feststand, viehnehr sehr 
verschieden war, ergiebt sich schon aus dem , was ich 
über die Zahl der Arcaden gesagt habe. Noch schwan- 
kender ist das Verhältniss der Höhe des Mittelschilfes zu 
den Dimensionen des Grundrisses; in Drübeck beträgt sie 
nur 34, in Gernrode bei migefähr gleicher Länge und Breite 
46 Fuss. Im Ganzen wuchsen im zwölften Jahrhundert 
alle 
Verhältnisse 
und 
besonders 
nahm 
die 
Höhe 
in 
solchen 
Fällen bedeutend zu, wo man es auf grosse Breite und 
Länge abgesehen hatte, aber sie stieg doch niemals Weit 
über das Doppelte der lWIittelschiEbreite. Am meisten ge- 
schieht dies in Paulinzelle und Hecklingen, wo bei einer 
Breite des Mittelschiffs von 25 und 24 Fuss die Balken- 
decke 
in 
einer 
Höhe 
VOII 
58 
und 
52 
Fuss 
liegt. 
Aber 
i] Also hier ausnahmsweise eine Form, welche, soviel ich weiss, 
nur in Burgund zur Regel wurde. 
 Für diejenigen, welche die Zeichnungen dieser Kirche bei 
Gladbach (Fortsetzung von Mollers Denkmalen) vergleichen wollen, ist 
zu bemerken, dass in diesem Werke der grossherzl. hessische Fuss, 
der nur 0,796 des rheinländischen oder preussischen Fusses enthält, 
zum Grunde gelegt ist, den ich daher bei diesen Maassangaben auf den 
rheinländischen Fuss reducirt habe.
        

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