Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-931912
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Romanischer 
Styl 
in 
Sachsen. 
Michael 
in 
Hildesheim 
neun 
und 
die 
Godehardskirche 
zelm Arcaden auf jeder Seite. 
Auf der Westseite der grösseren Kirchen War ge- 
wöhnlich ein Vorbau, der als Chor bei Nonnenklöstern für 
die Nonnen, bei anderen für Sänger oder als Loge für vor- 
nehme Personen diente und mit den Glockenthürmen ver- 
bunden WarQ Häutig, besonders in der Frühzeit der Epoche, 
bestand dieser Westchor hier wie in ganz Deutschland in 
einer runden Nische. Wir finden sie auch jetzt noch im 
Aeusseren hervortretend in Gernrode, Fredelslohe, an St. 
Michael de) und St. Godehard in Hildesheim, in der Mauerdicke 
in Drübeck und Huyseburg. Auch die Stiftskirche zu Gan- 
dersheim und der Dom zu Bremen nach seinem Bau von 
1050 hatten westliche Chemischen  Später und bei der 
Mehrzahl der übrigen obenerwähnten Kirchen trat jedoch 
an die Stelle solcher Nischen ein grosser thurmartiger Vor- 
bau von der Breite der drei SchiHe, in Welchem sich eine 
nach dem Mittelschiffe geöffnete Empore befand gärt). 
Die Glock enthürme der ältesten Zeit waren inDeutsch- 
land rund. So sehen wir sie auf dem Baurisse von St. 
Gallen aus dem neunten Jahrhundert, so wurden sie nach 
einer uns erhaltenen Nachricht im zehnten im Kloster auf 
 Der Grundriss dieser Kirche bei Gladbach (Fortsetzung von 
Moller's Denkmählern], Taf. 43, giebt nur Einen Chor, es ist der west- 
liche, da der Ostchor, dessen Existenz ein erhaltenes Modell ausser 
Zweifel setzt, im Jahre 1677 fortgebroehen ist. Vgl. darüber Kestner 
im Hannöverischen Magazin 1850, S. 84. 
H") Dies ergiebt sich für Gandersheim aus dem Modelle auf dem 
Grabe der Stifterin, für Bremen aus der Beschreibung des Henrieus 
Wolterus bei Meibom Scr. rer. Germ. II. p. 33. 35. 
i") Aehnliche Vorbauten und Emporen finden sich bekanntlich 
auch in anderen Gegenden, in Westphalen sehr häufig, in der St. Ser- 
vatiuskirche in Maestricht (Niederl. Br. S. 537) und in Maria im Ka- 
pitol in Köln (v. Quast in den Jahrb. der rhein. Alterthumsfreunde 
11a. X111).
        

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