Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-920425
Deutung 
der 
Schrift. 
Die symbolische Bedeutsamkeit der heiligen Schrift in 
jenem ausgedehnten Sinne führte aber bald noch weiter. 
Denn die Schrift erzählte historische und natürliche Er- 
eignissse; das Simibildliche lag daher nothwendig schon 
in diesen, und es stand mithin fest, dass Geschichte und 
Natur selbst eine symbolische Bedeutung hatten. Diese 
lies sich zwar nicht überall nachweisen, auf manchen 
Punkten indessen glaubte man sie zu entdecken. Dahin 
gehörte zunächst die alte, griechische und römische, 
Geschichte. Die moderne, besonders die protestan- 
tische Frömmigkeit hat oft gegen die Antike eine feind- 
liche Stellung angenommen, indem sie aus der ganzen 
vorchristlichen Aera nur das jüdische Volk gelten liess 
und Griechen und Römer verwarf Nicht so das Mittel- 
alter. 
Lesen 
Einzelne strenge Lehrer missbilligten zwar das 
heidnischer Autoren und wollten ihre Codices ver- 
tilgen, aber sie drangen nicht durch, man kehrte immer 
wieder zu den Quellen antiker Weisheit zurück. Schon 
die Kirchenväter hatten ja nicht selten heidnische Aus- 
sprüche als Ahnungen der Wahrheit citirt, spätere Lehrer 
fanden darin Vieles, das auch auf christlichem Boden 
Geltung hatte. Man konnte nicht glauben, dass Griechen 
und Römer, deren Sprachen gewürdigetwaren zur Ver- 
breitung der heiligen Urkunden und fortdauernd als Kirchen- 
Sprache zu dienen  bei denen man die höchste That- 
ken und Richtung verleihen solle; die vier Purpurkränze sind die 
Vier weltlichen Tugenden, aber geröthet vom Blute Christi. Die bei- 
den Streifen bedeuten das werkthätige und das beschauliche Lebe"; 
Welche ein Kirchenoberer vereinigen muss. Doppelt ist das Panium 
auf der linken, einfach auf der rechten Seite, dort 811 die mannig" 
fachen Mühen des irdischen Daseins, hier an die Ruhe des künftig?" 
fllßhnend u. s. f. (daselhst S. 43.) 
ü) Früher hatte man sogar die Meinung gehabt, dass man Z1! 
Gott nur in einer der drei Sprachen beten könne, in welchen dig
        

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