Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-920181
Tra chtexl. 
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stets ernster und strenger als die 'l'racht der Weltgeist- 
lichen. Das Gemeinsame beider war, dass sie den ganzen 
Kür er bis zu den Füsseil in ein weites herabfallendes 
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Gewand kleideten "ohne seine Formen deutlich zu 
bezeichnen. 
Der weltlichen Kleidung fehlte der Charakter des 
Einfachen und Natürlichen, den die antike Tracht stets 
behielt. Das kältere Klima hatte bei den Germanen den 
Gebrauch von Unterkleidern nöthig gemacht, die 
zum Theil schon vor dem Sturze des Reichs auch bei 
den Römern in Aufnahme kamen und später als dem 
christlichen Schicklichkeitsgefühle zusagend auch in den 
südlichen Ländern der Christenheit beibehalten wurden. 
Man trug daher unter der Tunica ein H emde und dop- 
pelte Hosen, Welche durch verschiedene Binden über 
den Hüften festgehalten und mit den Schuhen verbunden 
wurden. Dadurch gewann die Tunica die Bedeutung 
eines Oberkleides und wurde das Hauptstück einer an- 
ständigen Tracht. Diese Rolle fiel daher nicht mehr, 
wie im Alterthume, dem Mantel zu, der nun eine andere 
Geltung erhielt. Anfangs ist er noch häufig, aber er hat 
nicht mehr den freien Wurf, sondern wird auf der Brust 
oder auf der- rechten Schulter durch eine Spange oder 
einen Knoten zusammengehalten und fallt hinten gerade 
herunter. Später kam er noch mehr in Abnahme und 
blieb speciellen Zwecken der Pracht oder des-Bedürf- 
nisses vorbehalten. Die Tunica selbst blieb beim Volke 
immer kurz, bis ans Knie reichend, wie es für körper- 
liche Bewegungen vortheilhaft war; Fürsten und Vor- 
nehme dagegen trugen sie, nach byzantinischem Vorbilde, 
bis auf die Knöchel herabreichend. S0 erhielt Sie Sich 
hier bis gegen das Ende des Mittelalters und gab daher
        

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