Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-923802
Symbolik 
in 
der 
Glasmalerei. 
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Gruppen nehmen, die erste oben, die zweite unten den 
grösseren Raum des Fensters ein, während die Kreuzi- 
gung in der Mitte wieder mit zwei halben Medaillons 
die unten am Fusse und oben in der Bogenspitze des 
Fensters angebracht sind, in symmetrischer Beziehung 
stehtü). Das Ganze zeigt also fünf Abtheilungen, zwei 
grössere, getrennt und begrenzt von drei kleineren; die 
grösseren und die kleineren wie durch ihre Form so durch 
den Inhalt verbunden, und die mittelste Abtheilung durch 
die Verbindung des Gekreuzigten mit der Kirche und 
Synagoge gleichsam den Schlüssel der ganzen Compu- 
sition enthaltend wie). 
Diese Beispiele werden genügen, um die Bedeutung 
dieser Raumsymbolik zu zeigenüiiü). In manchen Fällen 
 Das untere scheint keine andereBedeutung zu haben, als das 
Metzgergewerk als Stifter des Fensters zu bezeichnen. Auf dem 
oberen sind: Filii Joseph dargestellt, Ephrailzl dem Manasse vorge- 
zogen, 1. Mos. Cap. 48. v. 14 also eine Erinnerung an den Gegen- 
satz der Kirche gegen die Synagoge, der geistixgen Erwählung gegen 
das äussere Recht des Alters. 
 Vgl. dieses und andere ähnliche Glasgemältle in dem Prachi- 
Werke von Martin und Cahier, Monographie de 1a Cathedrale de 
Bonrges. Paris 1841-18-14. 
ßii") Im Dom von Canterbury ist auf einem Glasgemälde die 
Hochzeit zu Canaan dargestellt, daneben auf einer Seite die sechs 
Menschenaller, auf der anderen die damit parallelisirten sechs Welt- 
alter (Adam, infantia; Noe, pueritia; Abraham, adolescentia; David, 
juveixlus; Jeremias, virilitas; und endlich Christus, als dasEnde des 
weltlichen Lebens, seneclus.) Auf der Hochzeit sind sechs Krüge 
und die Umschrift sagt nun: 
I-Iydria uletrelas capiens est quaelibet aetas, 
Lympha dat historiaxal, vinum notat allegoriam. 
Dem Kruge, der dieFlüssigkeit- fasst, gleicht jegliches Alter; Wasser 
ist seine Geschichte, der Wein ihre Allegorie. Die Geschichte jenes 
Wunders ist also das Symbol der Symbolik selbst, die auf jeglichen 
irdischen Verlauf Anwendung findet.
        

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