Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-923789
Symbolik. 
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auf der oberen Spitze des Gefässes versinnlicht istg). So 
sind an Taufbecken die Paradiesesströme mit den Tugen- 
den, die Ausgiessung des h. Geistes mit Wundern und 
Zeichen, die sich durch Wasser äusserten, in sinnreiche 
Verbindung gebrachtw). Ebenso fand diese Symbolik 
auf die Malerei Anwendung, besonders in Wand- und 
Deckengemälden, wo dann die Form der Kreuzgewölbe, 
deren vier Kappen jedes Mal ein Ganzes bilden, welches 
sich doch wieder an die benachbarten Kreuzgewölbe an- 
schliesst, eine günstige Gelegenheit gab, ein grösseres 
Ganzes in mehreren Abschnitten von relativer innerer 
Einheit, gleichsam ein Gedicht in mehreren Gesängen, 
darzustelleniwliiü. Auch in Miniaturen linden sich zuwei- 
len symbolisch zusammengestellte Bilder-k). Schon die 
gewöhnliche Anordnung der miniirten Breviarien, wo den 
evangelischen Hergängen ohne Veranlassung des Textes 
die entsprechenden vorbildlichen Historien des alten Testa- 
ments zur Seite gestellt sind, gehört in dies Gebiet. 
 So an einem kupfernen Gefiisse bei Didron, Anna]. arch. lV. 
p. 293. 
"j z. B. das Taufbecken im Dome zu Ilildesheim (Kratz d. d. 
z. H. II. S. 195), das in S. Barlholonuäi zu Lüttich (Niederl. B. S. 
533. Didron. Annal. arch. V. p. 27. E). 
kupfernen 
bei Didron, 
Gefässe 
arch. lV. 
 Ein ausgezeichnetes Beispiel geben die Gemälde der (nun- 
mehr abgebrochenen) Kapelle von Bamersdorf bei Bonn, die ich in 
einem im Kölner Domblatt. 1846. Nro. 24 und im Taschenbuche: Vom 
Rhein (Essen 1847) abgedruckten Aufsatze beschrieben habe. Vgl. 
Kugler, llandb. d. Gesch. d. Mal. 2. Autl. I, 192. 
1') In einem Evangeliarinm zu Bamberg aus dem 11. Jahrh. 
Christus in der Gloria, in derselben oben Uranus ein hellblnu-grauer 
männlicher, unten Tellus ein brauner weiblicher, rechts Sol ein rother 
männlicher, links Luna ein blauer weiblicher Kopf. Also die vier 
Elemente in Beziehung auf Stelle, Geschlecht, Farbe polarisch eut- 
gegengesetzt. Kugler im Museum 1831. S. 163 und im Handb. d. 
Gesch. d. Mal. 1. Aufl. II- 9-
        

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