Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-923742
Symbolik. 
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die Propheten verkündigt, durch die alttestamentarische 
Geschichte vorbereitet, in Christi Erdenwandel geotfen- 
bart, in der Kirche verherrlicht. Dann im dritten Portale 
die letzten Dinge, die grosse Lehre derWachsamkeit in 
den Jungfrauen, die Hinweisung auf das Gericht. 
Die Bedeutung des Mittelportals wird dann endlich 
noch durch eine Darstellung in dem über demselben auf- 
steigenden Spitzgiebel versinnlicht. Hier sehen wir näm- 
lich zunächst Salomo auf seinem Throne. Nach der 
biblischen Beschreibung (i. Kön. K. 10. V. 19.) hatte 
dieser Thron, der seines Gleichen in anderen Königreichen 
nicht fand, sechs Stufen, darauf" an beiden Seiten zwölf 
Löwen, endlich noch zwei Löwen an den Lehnen stehend. 
S0 ist er denn auch hier dargestellt, aber nicht in genauer 
Abbildung, sondern in einer aus der Architektur hervor- 
gehenden Andeutung. Im Inneren des gewaltigen Spitz- 
giebels ist nämlich ein kleinerer, noch immer spitzer, aber 
doch flacherer Giebel gezeichnet, auf dessen beiden 
Aussenseiten zwölf Stufen mit liegenden oder hockenden, 
und zwei höhere mit aufrechtstehenden Löwen, die 
Lehnen repräsentirend, angebracht sind. In der Spitze 
dieses Giebels ist nun der Sitz Salomons, etwas höher 
über ihm aber sitzt die Jungfrau als Himmelskönigin mit 
Krone und Weltkugel und mit dem Kinde, und sind 
nun beide so verbunden, dass die auf der Lehne stehen- 
den Löwen mit ihren Vorderfüssen das Fussgestell des 
Sitzes derJungfrau berühren. Der Gedanke ist also der, 
dass die Herrlichkeit des irdischen Königs nur vorberei- 
tend war, dass sie nur zur Erhöhung der himmlischen 
Glorie Christi und seiner Mutter dient. Oben in der 
Spitze des Giebels sieht man dann noch das Haupt des 
Schöpfers, mit kreuzförmigem Nimbus und fliessendem
        

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