Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-923720
Symbolik 
des 
Raums. 
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der Patriarchen mit dem Christenthum und dem Juden. 
thum ist an sich deutlich , sonderbar nur, dass unmmel- 
bar über der Gestalt der Kirche Eva, über der der Sy- 
nagoge Adam steht, womit entweder eine sehr tiefe, 
mystische Andeutung oder gar keine gegeben ist. 
Es ist uns, die wir an eine leichtere, mehr natura- 
listische Kunst gewöhnt sind und von ihr eine unmittel- 
bare Verständlichkeit und eine Einwirkung auf die Stim- 
mung erwarten, vielleicht schwer, uns mit dieser tief- 
durehdachten Composition zu befreunden. Die Zeitgenossen 
aber waren nicht nur mit dieser Symbolik im Ganzen ver- 
traut, sondern ihnen waren auch die einzelnen Beziehungen 
mehr oder weniger geläufig; sie waren daher im Stande 
schnell die Bedeutung des Ganzen zu würdigen und da- 
durch Lust zu gewinnen, nun auch in langsamerer Be- 
trachtung das Einzelne durehzugehen. Dann aber ver- 
standen sie auch, die feineren Motive im Gesichtsaus- 
druck und in der Wendung der Gestalten, auf Welche 
der Künstler durch jene symbolischen Beziehungen ge- 
führt war, und durch welche er versucht hatte, dieselben 
zu versinnlichen. 
Ich habe diese Composition so ausführlich beschrie- 
ben, weil sie nicht bloss eine der sinnreichsten sondern 
auch eine der conservirtesten ist. Denn leider ist ein 
so genaues Verständniss nur in wenigen Fällen möglich, 
weil theils die Figuren mehr oder Weniger fehlen oder 
bei Reparaturen ganz unpassend versetzt sind, theils aber 
auch die Beziehungen dunkel und aus irgend einem wenig 
oder gar nicht bekannten theologischen Schriftsteller ent- 
nommen waren. 
Ein Beispiel, wie man die Darstellungen 
schiedenen Portale in Zusammenhang brachte, 
der ver- 
gewährt
        

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