Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-923716
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Plastik 
und 
Malerei. 
Patriarchen. Ausserdem ist aber in der Spitze jedes die- 
ser vier Bögen noch eine aufrecht stehende Gestalt, ge- 
wissermassen ein plastischer Schlussstein, angebracht. In 
der Reihe der Engel ein Engel mit einer Sonne, in den 
drei anderen Reihen die Personen der Trinität; und zwar 
über den Propheten der heil. Geist in der Stellung eines 
Betenden mit aufgehobenen Händen, über den Königen 
Christus mit Schvrert und Weltkugel, als König der Könige, 
über den Patriarchen endlich Gott der Schöpfer, der ihnen 
allein bekannt war. Endlich stehen aber auch wieder 
diese Himmelskreise mit den Statuen in den Thürge- 
Wänden, über denen sie sich befinden, in inniger Ver- 
bindung. Auf der rechten Seite des Beschauers befindet 
sich unter der Engelreihe auch der Engel der Verkün- 
digung, der also unmittelbar aus der über ihm befind- 
lichen Schar herabgestiegen zu sein scheint, unter den 
Propheten die Jungfrau, der Gegenstand ihrer Visionen, 
über der Visitation aber beginnt die Königsreihe mit 
David, aus dessen Stamme das Heil hervorgeht, welches 
Elisabeth begrüsst. Auf der gegenüberstehenden Seite 
hat von den drei Magiern der erste, unter der Königs- 
reihe, eine ruhige aufrechte Haltung und deutet also die 
königliche Würde an. Der zweite weiset mit der Hand 
auf die Jungfrau und erscheint mithin prophetisch, wie 
die über ihm beginnende Reihe. Der dritte endlich kniet 
und ist daher anbetend wie die Engel, auch schwebt über 
ihm ein Engel, der also aus der Schar seiner darüber 
befindlichen Brüder herabgestiegen erscheint, um als Stern 
die Weisen des Morgenlandes zu führen. Es liegt augen- 
scheinlich in der Folge dieser Reihen eine Steigerung 
von der irdischen Kdnigswürde, zum Prophetenthuni und 
endlich zu der anbetenden Anschauung. Der Zusammenhang
        

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