Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-923630
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Plastik 
und 
Malerei. 
vor. Dagegen ünden sich hier die in den Metaphern und 
Gleichnissen derBibel genannten Personen Wie historische 
dargestellt. S0 Abraham, der die Auserwählten in Ge- 
stalt nackter Kinder im Schoosse hält?) , so ferner über- 
aus häufig die klugen und thörigten Jungfrauen. Diese 
sind theils mit dem jüngsten Gericht in Verbindung ge- 
brachti"), theils mit der Geburt Christi oder der Anbe- 
tung der Könige  Sie sind meistens gleich gekleidet 
und unterscheiden sich nur durch die Haltung der Lampen, 
welche bei den thörigten Jungfrauen umgewendet sind, 
zum Zeichen, dass sie leer von Oel. Zuweilen ist aber 
auch ihre Tracht verschieden, indem die klugen Jung- 
und theilweise Abbildung in dem angeführten Buche von Engelhardt. 
Z.B.Christus alsFischer, der mit der Angelseines Kreuzes die Köpfe der 
Patriarchexl und Propheten aus dem Rachen Leviathans hervorzieht. 
Mithineine Allegorie des Descensus ad inferos. In einem Manuscript 
(Liber poutiticalis) der Bibliothek von Rheims findet sich eine gelehrte 
Darstellung der Musik. Aer, die Luft, mit ausgestreckten Armen 
und Beinen ist in der Mitte eines Kreises; neben seinem I-Iaupte die 
Sonne mit sieben, der Mond mit vier Strahlen. Zwischen seinen 
Armen Pythagoras und Arion, zwischen den Beinen Orpheus (viel- 
leicht als musikalische Repräsentanten der drei anderen Elemente), 
rings umher im Kreise die neun Musen, und endlich in den Ecken 
des Blatts die vier Winde. 
ü) Im lilanuscript derl-Ierrad sitzt er auf einem Throne zwischen 
Palmen. 
i") So am Dome zu Basel, an dem zu Bheims am Nordportal, 
an dem zu Rauen (portail des Libraires), in St. Denys, an. St. Ger- 
main llAuxerrois in Paris, am Südportal des Strassburger Münstefs. 
Hi") S0 an der L. Fr. Kirche zu Trier und am Nordportal des 
Domes zu Chartres. Am Dom zu Amiens sind beide Beziehungen 
verbunden, denn auf dem mittleren Thürpfosten ist die Jungfrau mit 
dem Kinde, im Tympan des Portals aber das jüngste Gericht (Jour- 
dain und Duval Beschreibung dieses Portals in Caumonts Bull. mo- 
num. XII. p. 101). Die Beziehung auf das jüngste Gericht. ist klar 
und in der Schrift (Matth. c. 2-5) begründet, die auf die Geburt ist 
dunkler und scheint darauf hinzurleuten, dass nur die Geburt Christi 
in der Seele ihr jene himmlische Klugheit verleihen könne.
        

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