Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-923612
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Plastik 
und Malerei. 
fältig unterschieden. Bei diesen gaben die meistens ge- 
öffneten Schriftrollen Gelegenheit ihren Namen oder pro- 
phetische Stellen anzuführen; bei den Aposteln fehlten 
solche Mittel. Petrus und Paulus sind durch Schlüssel 
und Schwert, Johannes wird schon oft durch den Kelch 
bezeichnet; die anderen Apostel sind meistens ohne Attribut 
die Beifügung der Marterinstrumente ist keinesweges 
gewöhnlich; es kam mehr darauf an, die Schar der 
Apostel im Ganzen, als sie einzeln darzustellen. Die Pa- 
triarchen dagegen sind, wie es ihre Geschichte mit sich 
brachte, verschieden behandelt; so ist Moses durch die 
Hörner, Aaron durch priesterliche Tracht, David durch 
die Harfe bezeichnet, und andere in ähnlicher Weise. Eben 
so verhielt es sich mit den späteren christlichen Heili- 
gen; da die Verehrung derselben sich aber meistens auf 
gewisse Gegenden beschränkte oder doch in denselben 
vorherrschte, so muss bei der Deutung ihrer Attribute 
meistens auf locale Traditionen gerücksichtigt werden. 
Die Engel endlich werden, wie es für Mittelwesen 
dieser Art und Sendboten der Gottheiif fast bei allen 
Völkern herkömmlich war, mit Flügeln abgebildet. Man 
band sich dabei aber nicht genau an die biblische Be- 
schreibung der Cherubim, sondern liess es gewöhnlich 
bei zwei Flügeln bewenden. Indessen blieb doch jene 
Tradition nicht ganz unbenutzt, und man findet in ein- 
zelnendFällen Engel mit vier oder sechs Flügelni"), in 
anderen wenigstens an Stelle der Beine die Gewänder in 
1') Auf einem Allar (Heidelolf Ornamentik des M. A. Lief. 8. 
pl. 3) ein Chernb mit vier Flügeln. Mit sechs auf einer Sculplur 
am Dom zu Chartres, wo überdies die mittleren Flügel mit Augen 
besäet sind, und der Engel auf einem Bade steht. Didron in den 
Annales archöol. I. p. 156.
        

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