Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-923566
Darstellung 
Christi. 
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von Albertus magnus ausgelegt, als die doppelte Macht, 
durch welche die Gerechten vertheidigt, die Ungerechten 
bestraft werden; spätere Auslegung machte daraus zvcei 
Schwerter, das Schwert der Gnade zur Rechten, das der 
Verdammniss zur Linken 4') und die Kunst nahm diese 
Lehre, welche ihr eine symmetrische Anordnung erlaubte, 
gern auf. Später setzte man auch wohl an die Stelle des 
Schwertes der Gnade eine Lilie  Die Tracht ist auch 
in dieser Darstellung des Verklärten dieselbe wie ich sie 
früher geschildert habe, doch kommt zuweilen noch eine 
Krone hinzumi). Wenn die Evangelistenzeichen ihn 
umgeben, sind sie gewöhnlich so geordnet, dass der Engel 
und Adler oben, der Löwe und Stier unten, und zwar die 
Zeichen des Mathäus und Marcus zur Rechten ange- 
bracht wurden, weil, wie der Symboliker-f) sagt, die 
Geburt und Auferstehung die Freude Aller, der Tod, 
(welchen das Opferthier des Lucas andeutet) der Schmerz 
der Apostel war. Die Stellung des Johannes ergab sich 
von selbst, da er als der Repräsentant der Himmelfahrt 
oben 
sein 
musste. 
Die anderen evangelischen Hergänge kommen, wie 
erwähnt, in den Kirchen seltener vor, und wenn es ge- 
schiebt, nicht vereinzelt, sondern so, dass sie den ganzen 
Zusammenhang des Lebens oder der Passion Christi 
geben, oder mit anderen Gegenständen in symbolischer 
 Bupertus, Abt von Deutz, bei Jourdaixi und Duvai über das 
Portal des Doms zu Amiens in Caumonüs Bull. monum. V01. XII. 
M) Dies ündet sich auf deutschen und niederländischen Ge- 
mälden des 15. und 16. Jahrh. häufig, kommt dagegen auf 
italienischen, so viel ich weiss, nicht vor. 
ü") So bei Orcagna im Campo sanlo zu Pisa.  
Durandus liber 3, 
caput
        

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