Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-923538
Bus 
Plastik 
Malerei. 
und 
Die Kreuzigung, welche die altchristliche Kunst 
vermied, kommt jetzt überaus häufig in allen Dimensionen, 
Formen und Stoffen vor. In den grossen Reliefs der 
gothischen Portale ist sie gewöhnlich mit dem dritten 
Hauptgegenstande, dem Gericht, in Verbindung gebracht, 
so dass neben dem Kreuze in zwei Reihen über einander, 
unten die irdischen Zeugen des Hergangs, oben die 
Apostel und Heiligen als Theilnehmer der himmlischen 
Glorie angebracht sind. Bei den kleineren sehen wir 
ausser der Jungfrau und dem Evangelisten Johannes 
häufig die symbolischen Gestalten des Judenthums und 
der Kirche, jenes mit verbundenen Augen, diese mit Kreuz 
und Kelch. Oft strömt dann in diesen Kelch das Blut 
aus den Seitenmalen, um die Kirche als Inhaberin des 
wahren Blutes, das sie im Abendmahle spendet, zu be- 
zeichnenii). In Wechselburg hält ein am Boden liegen- 
der Mann diesen Kelch, Wahrscheinlich Joseph von Ari- 
mathia, nach der Sage vom Gral. Endlich steht das Gefäss 
auch ohne Weiteres unterden Füssen Christi im). In 
einem Evangeliarium aus Niedermünster in der Münchener 
Bibliothek sind die neben das Kreuz gestellten Gestalten 
als Vita und Mors, Leben und Tod, bezeichnet, jene mit 
reichem Gewande und bekrönt, dieser bleich, halbnackt 
und schlecht bekleidet, mit einer tiefen Wunde am Halse, 
mit zerbrochener Lanze und Sichel 24W]. Nicht selten 
sieht man unter dem Boden des Kreuzes eine Leiche im 
  In den Miniaturen des I-Iorlus deliciarum reitet die Gestalt 
der Kirche auf einem Thiere, dessen 4 Köpfe die Zeichen der Evan- 
gelisten zeigen. Engellnardt, Ben-ad, S. 40. 
H) So auf einem Elfenbeinrelief aus dem II. Jahrhundert bei 
Didron pag. 277. 
M") Kngler, Museum f. bild. Kunst. 1834. S. 164.
        

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