Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-923472
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Plastik und 
Malerei. 
Auch Pflanzen haben zuweilen eine symbolische 
Bedeutung, aber gewiss noch viel seltener als Thiere. Im 
Zeitalter des romanischenStyls hinderte daran schon der 
Umstand, dass man die Pilanzenornamente in einer con- 
ventionellenForm bildete und also dem Zuschauer keinen 
Namen bot, welcher auf die hergebrachten Gleichnisse 
hindeutete. Daher wissen denn auch die Symboliker nur 
von einer sehr allgemeinen, in der That ziemlich matten 
Beziehung, indem sie Blumen und fruchttragende Bäume 
für ein Zeichen der guten Werke erklären, die aus der 
Wurzel derTugendcn hervorspriessenß). Später als man 
die Pflanzen besser darstellte und also die Mittel zu einer 
specielleren Symbolik hatte, war der Sinn nicht mehr 
darauf gerichtet und man fragte mehr nach solchen Pflan- 
zen, welche sich gut darstellen liessen, als nach ihrer 
Bedeutung. Daher sind Symbole dieser Art sehr selten. 
Selbst derWeinstock, der in derSchrift so oft vorkommt, 
und dessen Vergleich mit Christus die Mystiker bis ins 
Kleinste durchgeführt hattenw), wurde nicht häufig be- 
nutzt oder doch nicht vor anderen Pflanzen, die keine 
fromme Nebenbeziehung hatten, ausgezeichnet. Zu den 
wenigen Fällen einer nachweislichen Symbolik dieser Art 
gehört der Mittelpfeiler des Portals am Dom zu Amiens, 
wo Christus auf Drachen und Löwen, Aspis und Basi- 
so wie des St. Johannes im Domchore 
den. Indessen ist auch dies unsicher. 
ZU 
Magdeburg 
sich 
beän- 
 Durand. Rationale. Lih. 1. c. 3. Flores et arbores cum fruc- 
tibus ad repraesentandum fructus bonorum operum ex virtutum radi- 
cibus provenientium. 
i") So der h. Bernhard in einem Werke von 30 Kapiteln (Vitis 
mystica, seu tractatus de passione domini Super: Ego sum vitis vera), 
Wo Kultur, Nutzen, Blätter, Früchte des Weinstocks auf die Tugen- 
den und auf die Geschichte Christi angewendet werden.
        

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