Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-923282
Der 
Heiligenschein. 
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rhythmischen Gliederung in symmetrischen Gegensäjzen, 
Ihr wurden daher nicht die höheren symbolischen Auf. 
gaben, sondern mehr historische, legendarische Gegen- 
Stände zugewiesen, welche sie in vielen einzelnen, linien- 
weise aneinander gereihten Feldern, Wie in chronolo- 
gischer Erzählung darstellte. Nur an gewissen Stellen, 
in den Gewölbfeldern und in den Glasgemälden der 
Fenster , trat sie in so nahe Beziehung zur Architektur, 
dass auch sie sich zur Durchführung grösserer Gedanken 
eigneten. 
Bevor ich aber die Art und Bedeutung dieser grossen 
Compositionen näher schildere, muss ich manches Ein- 
zelne über die Darstellungsformen des Mittelalters vor- 
ausschicken. 
Wir sehen aus dem Angeführten, dass die Richtung 
dieser Kunst im Ganzen und Grosscn eine symbolische 
war, in dem Sinne nämlich, in welchem man auch die 
ganze Weltanschauung dieser Zeit so nennen darf. Allein 
es finden sich auch Spuren einer Symbolik gröberer Art, 
welche der Schwäche der Darstellungskraft durch äusser- 
liche Zeichen zu Hülfe kam. 
Dahin gehört vor Allem der Heiligenschein?) Er 
ist ein eigentliches, aber auch wohl erklärbares Symbol, 
das man nicht erst, wie Einige versucht haben, aus der 
Nachahmung eines in südlichen Gegenden vorkommenden 
Phänomens zu erklären braucht. Der moralische Eindruck 
einer bedeutenden Erscheinung gleicht so sehr dem phy- 
sischen, den das von einem leuchtenden Gegenstande 
ausstrahlende Licht machen würde, dass die Phantasie 
den Nimbus, Icono- 
 Vgl. Didron's gründliche Abhandlung über 
nphie chrötienne (Paris, 1843, 4.) S. 26-165.
        

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