Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-923254
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Plastik 
und 
Malerei. 
zusammen. Jene altchristliche Kunst hatte die Beziehung 
der Religion auf die Einzelnen vorzugsweise im Auge; 
sie Wollte sie trösten, beruhigen, durch Wiederholung 
einzelner symbolisch bedeutsamer, auf die Verheissungen 
hinweisender Momente im Glauben kräftigen. Sie gab 
daher auch einzelne Bilder zeitlich und räumlich begränzter 
Ereignisse. Im Mittelalter waren die Einzelnen in der 
Kirche verschmolzen, die Verheissungen von dieser ge- 
währleistet; es wollte stets das Ganze, die Einheit des 
Himmels und der Erde, der Gegenwart und Zukunft sehen. 
Die Symbolik suchte nicht bloss vereinzelte, prophetische 
Worte und Ereignisse, sondern die nothwendige, aber 
erst im Ganzen völlig erkennbare Zusammenstimmung 
aller Dinge aufzuzeigen. Diese Ansicht erforderte einen 
anderen Styl; die Kunst musste sich anschicken, Vieles 
zugleich zu umfassen, zu paralellisiren, weiter zu führen, 
und zum höchsten Abschluss zu bringen; sie bedurfte 
daher auch im Relief nicht bloss einer vollständig ge- 
gliederten Symmetrie, sondern auch jener perspectivisch 
folgenden Reihen. Wie die Abschrägung der Portale für 
die Statuengruppen gaben die Bogenfelder über ihnen 
für Reliefs dieser Art die günstigste Stelle, besonders 
die hohen, spitzbogigen des gothischen Styles, welche 
gestatteten, die Darstellung von einer breiten, irdischen 
Fläche in verschiedenen symmetrischen Reihen aufsteigen 
und oben in einer durch den schmaleren Raum concen- 
trirten himmlischen Erscheinung gipfeln zu lassen. Auch 
hier traf wieder das Erzeugniss der Architektur, der 
Spitzbogen, mit den bildnerischen Erfordernissen zu- 
sammen. 
Da nun dergestalt 
und in der Anordnung 
der Statuen 
Gesetz zur 
in der Gruppirung 
der Reliefs dasselbe
        

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