Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-923156
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Plastik 
und 
Malerei. 
Ende 
des 
Zeitraums 
Wieder 
sich 
finden 
und 
auch 
da 
llllf 
kleinere 
Kunstwerke 
weltlicher 
Art. 
In 
der 
That 
ver- 
hielt sich die Kunst hier nicht anders wie die altgriechi- 
sche, die auch nur religiöse Gegenstände kannte, sie war 
auf dem richtigen Wege nach ihrem höchsten Ziele und 
gab nur deshalb andere Resultate wie die griechische 
Kunst, weil die Religion eine andere war. Die Schwäche 
der griechischen Götterlehre machte die Stärke der Kunst 
aus; sie hatte die Aufgabe die unbestimmten Gestalten 
schwankender Sagen und Naturanschauungen zu ver- 
körpern und zu beseelen, sie trat daher mit hohem Selbst- 
gefühle auf. Die christliche Kunst kann niemals diese 
Stellung einnehmen, die des Mittelalters musste aber auch 
die Schwächen der Religiosität ihrer Zeit theilen. Alle 
Mängel, die wir an der Sitte der Zeit wahrgenommen 
haben, finden sich daher auch in der Kunst wieder, die 
Unbestimmtheit der Charaktere, das schwankende und 
Rohe, Welches eine Vielheit der Formen hervorbringt, 
und doch wieder eine innere Einförmigkeit, welche selbst 
die natürliche Verschiedenheit der Geschlechter ver- 
wischt. 
Wie 
im 
herrscht 
Leben 
auch 
in 
der 
Kunst 
das 
weibliche Element vor, Frauen gelingen ihr am besten, 
männliche Gestalten nur in priesterlicher Haltung mit 
ernster Würde, und auch du noch mit einem milden, der 
Weiblichkeit verwandten Zuge. An die Darstellung ritter- 
Colleclion de documents sur l'histoire de France, p. 158.). Im Jahre 
1303 wurde sogar festgesetzt: Que nus ymagiers, fors ceus qui 
taillent ymages de sains, ne seront tenus pour ymagiers. Dadurch 
sollten ohne Zweifel nicht die Darsteller weltlicher Gegenstände, 
sondern nur diejenigen Arbeiter in Schnitzwerk ausgeschlossen wer- 
den, welche keine Figuren, sondern etwa Messerschalen u. dgl. 
machten, und die Fassung des Ausdrucks zeigt nur, dass man keine 
andere Figurenarbeit als die von Heiligen anerkannte.
        

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