Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-923061
Stickerei. 
341 
auch 
in 
den 
Rheingegenden , 
in 
der 
Diöcese 
Köln 
ein- 
heimisehg).  
Ein andrer Nebenzweig der Malerei, die Tepp 1c h- 
Weberei und Stickerei, war im Mittelalter sehr be_ 
liebt und häufiger als in unsern Tagen angewendet. Man 
trug gestickte Kleider, in früherer Zeit mit weitläuftigen 
Figurendarstellungen, später mehr mit Wappen, schmückte 
Altäre, Chorstühle und die Wände oft ganzer Kirchen 
mit 'l'eppiehen, brauchte sie als Vorhänge oder Kissen, 
bekleidete damit die Gemächer in den Schlössern der 
Grossen um die Kälte der steinernenMauern abzuwenden, 
und führte sie im Kriege zur Bereitung von Sitzen und 
 1124) auf einem Bücherdeckel, in anbelender Stellung vor dem 
h. Nicolails von Myra, mithin wahrscheinlich bei seinem Leben in 
Email dargestellt sei (IV. 68 a. a. O.) Vgl. überhaupt L. Dussieux, 
recherches sur l'histoire; de 1a peintnre sur email, 1842. Näheres wird 
des Abbe Texier: Essai sur les argentiers et emailleurs de Limoges, 
den ich noch nicht gesehen, enthalten. Die Grabplatte des Gottfried 
Plantagenet, Grafen von Anjou (Gemahls der Mathilde und Vaters 
Heinrichs II. von England), früher in St. Julien zu Mans jetzt im 
Museum daselbst, unstreitig bald nach seinem Tode (1150) gearbeitet, 
hat die Figur in ganzer Lebensgrösse in farbigem Email (Stothard, 
Monumental effigies, pl.  In St. Maurice in Angers war ein ähn- 
liches Grabmal eines Bischofs v. J. 1149, das aber in der Revolution 
zerstört ist, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass mehrere andere 
ähnliche Werke, wegen ihres Metallwerthes dasselbe Schicksal ge- 
habt haben. (Annal. archeol. VII. p. 202.) 
4) Am Niederrhein kommen grosse Heiligeuschreine mit reicher 
plastischer llietallarbeit und mit Verzierungen in Enrail sehr häulig 
vor, und es ist daher wahrscheinlich, dass auch hier, etwa in Köln, 
eine Fabrikation dieser Art betrieben wurde. In dem reichen 
Schutze alter Kirchengefässe, Welche im königl. Schlosse zu Hannover 
aufbewahrt werden (vgl. ihre Beschreibung in J. H. Jungii, Dis- 
quisitio antiquaria de reliquiis, acc. Lipsanographia sive Thesaurus 
reliquiarum etc. Hannover 1'783) findet sich auf einem kleinen Beli- 
quienkasten, anscheinend aus dem 13. Jahrln, die Inschrift Eilbertus 
Colonionsis me fecit, welche jene Vermuthung bestätigen dürfte.
        

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