Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-923058
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Emailmalerei. 
Schwer wird, sich den Anforderungen dieser Gattung so 
zu fügen, wie es den alten Meistern natürlich war, und 
dass die schöne Wirkung jener alten Glasgemälde nur 
durch eine sehr sorgfältige Farbenwahl und vielleicht 
durch Verzichtleistung auf gewisse, mit diesem Kunst- 
zweige unvereinbare, Erfolge erlangt werden kann. 
Eine andere, einigermaassen verwandte Technik, die 
Emailmalerei, wurde zuweilen für die Darstellung von 
Gestalten , mehr aber für die ornamentistische Aus- 
schmückung von Geräthen angewendet. Sie war kei- 
nesweges allgemein verbreitet, sondern auf gewisse 
Gegenden beschränkt, welche die Ueberlieferung ent-' 
Weder aus altrömischer Zeit oder von Byzanz her em- 
pfangen hatten, und sie, wie es scheint, fabrikmässig und 
für den Handel ausübten. Vorzüglich gilt dies von 
der Provinz von Limoges im westlichen Frankreich, 
von der die ganze Gattung den Namen als Opus de 
Limogia oder Lemovicinum erhielte). Doch war sie 
nur durch den Verwitterungsprozess, und also durch die Zeit ent- 
standen sei. Wahrscheinlich waren aber auch die allen Glasgemälde 
schon ursprünglich weniger durchsichtig als die neueren, weil das 
Glas dunkler, rauher, und dicker war, und besonders, Weil man die 
Farben anders zusammensetzte, und grosse hellfarbige Stellen vermied. 
 Du Somerard (Bist. de Part an moyen äge Tome III. p. 144 ff. p. 
321. Tome. IV. 68. 87. wie es scheint nach Mittheilungen von Ver- 
neilh) schreibt die frühzeitige Blüthe dieses Kunstzweiges in dieser 
Gegend einer venetianisehen Niederlassung in Limoges zu, von welcher 
noch jetzt eine Strasse: rue des Venitiens heisse, und von der sich 
schon seit dem Ende des 11. Jahrh. Spuren finden. In Italien wird 
opus smaltatum schon von Leo Ostiensis im 10. Jahrh. erwähnt (D11.- 
cange Gloss. s. v. smaltum). Vom Opus Lemovicinnm ist jedenfalls 
im 12. Jahrh. (eod. s. v. Limßgiß- anno 1197) die Rede. Du So- 
merard glaubt in der epist. 519 bei Duchesne. IV. p. 746 eine etwas 
frühere Erwähnung, 1137-1180 zu finden, und bemerkt, dass sehen 
stePhan de Muret, Stifter des Ordens von Grammont bei Limoges
        

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