Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-923008
Sechstes 
Kapitel. 
Plastik 
und 
Malerei. 
Die Wichtige Eigenthümlichkeit des Mittelalters, dass 
neben der Rohheit eines noch heranzubildenden Volkes 
die Tradition eines früheren, civilisirteren Zustandes in 
Geltung blieb, hatte auch auf die Gestalt der darstellen- 
den Künste einen entscheidenden Einfluss. Sie verlieh 
der Technik eine besondere Bedeutung. Der Natur der 
Sache nach ist die Technik von der geistigen Richtung 
der Kunst abhängig; der Gedanke einer gewissen Dar- 
stellungsweise regt sich, obgleich noch unklar, in einem 
Volke, ehe es den Besitz der Kunstmittel hat. Er tritt 
daher schon an den ersten Versuchen hervor, erschafft 
sich allmälig bestimmtere Formen und entwickelt sich 
zugleich technisch und geistig. Hier war es anders. Ob- 
gleich der Geist der Antike lange entwichen war, ging 
die Technik nicht ganz unter und erhielt der Kunst ein 
äusserliches Dasein, in welchem die neue, dem Mittelalter 
angemessene Richtung sich nur langsam entwickelte. 
Rohe, noch unklare Gedanken äuSSeftßIl Sich daher in 
feineren, aber erstorbenen Formen.
        

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