Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-922945
Bedeut. 
geometrischen 
Elements. 
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in den guten Zeiten des Styls ist dies streng geometri- 
sehe Element durch ein anderes, ihm Entgegengesetztes, 
durch das Weiche, Phantastische, das schon den con- 
gtrugtiven Theilen einen Anklang an Pflanzenbildungen 
gewährt, gemildert. Beide an und für sich verschiedene 
Eigenschaften bilden gemeinschaftlich das Wesen dieses 
Styls und man darf weder die eine noch die andere gus- 
sehliesslich hervorheben ohne ihn zu zerstören. Dies 
geschah allerdings in der Zeit des Verfalls, wo durch 
solche einseitige Auffassung bald eine spielende Natur- 
nachahmung bald geometrischeKünstelei oder geometrische 
Trockenheit entstand; es geschieht auch in jenen Hypo- 
thesen über die Entstehung des gothischen Styls, da sie 
bald ein vegetabilisclies Vorbild, bald eine geometrische 
Formel für die Grundlage desselben erklären. Wollen 
wir ihn richtig verstehen, so müssen wir daher den Punkt 
suchen, in dem beide Eigenschaften gemeinschaftlich 
Wurzeln.  
Man hat nachzuweisen versucht, dass auch die streng 
geometrischen Formen des gothischen Styls ihren Ur- 
sprung in der Natur haben, indem sich im Inneren der 
Stiele und Stengel der Pflanzen, so wie in den Krystallen 
ähnliche regelmässige Bildungen finden?) Allein diese 
Bemerkung, die man überdies nur in einem allgemeinen 
und unbestimmten Sinne für richtig anerkennen kann, 
giebt jedenfalls auf unserem historischen Gebiete keine 
Aufklärung. Den alten Meistern War diese Beziehung 
unbekannt, und wenn sie auch nachweisen würde, dass 
ein gemeinsames Gesetz in beiden getrennten Gebieten, 
w) Metzger, Gesetze (L Pflanzen u. Mineralienbildung,_ angewendet 
auf den altdeulschen Baustyl. Stuttgart 183i vgL auch Hotrsmdt 
golhisches A. B. C. 
        

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