Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-922821
Grundzahlen. 
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mehrfals sieben sein, die Pfeiler einer Reihe sind in den 
grösseren nordischen Kirchen meistens nicht unter sechs 
und nicht über zwölf. Die Fenster richten sich nach 
den Pfeilern und Gewölbfeldern und bei den feineren 
Gliederungen kommen so mannigfache Abtheilungen vor, 
dass man sie willkürlich begränzen kann. Lässt man 
nun bei den Polygonseiten "die Alternative zwischen ihrer 
Zahl und der des Polygons, erlaubt man sich den Anfangs- 
und Endpunkt der Pfeilerreihe verschieden zu bestimmen, 
so ist es freilich nicht schwer Uebereinstimmungen zu 
finden. Man kann aber unmöglich annehmen, dass dieses 
Zahlenspiel den Architekten beschäftigte und dass er 
sich dadurch bei Anlage und Ausführung des Ganzen be- 
schränken lassen. 
Auf die Dimensionen des Gebäudes, von denen 
die Wirkung desselben abhing, auf Länge, Breite  
Höhe und Pfeilerabstand und auf ihre Verhältnisse zu 
einander, fand diese Grundzahl ohnehin keine Anwen- 
dung, hier kann nur von einem Grundmaasse die 
Rede sein, d. h. davon, dass ein bestimmtes, am Gebäude 
angewendetes Maass als Einheit behandelt und danach 
entweder durch Multiplication oder durch Bruchtheilung 
die anderen Dimensionen begränzt wurden. Dies findet 
sich nun in der That oft, in de? Art, dass die Meister 
eine Maassbestimmung, etwa den Pfeilerabstand oder 
die Breite des Mittelschiffes, bei den anderen Maassen 
dergestalt benutzten, dass diese einen einfachen Bruch 
oder eine ebenso einfache Multiplication jener Einheit 
darstellen. Allein ebenso deutlich zeigt sich auch, dass 
sie hierbei von keinem symbolischen Zahlenspiele und 
keiner ein für allemal festgestellten Regel ausgingen, 
sondern nur die durch die Natur der Verhältnisse im
        

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