Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-922731
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Freimaurerische 
Lehre. 
werden"). Diese Collegia hätten-sich, so erzählt man 
weiter, beim Untergange des Römischen Reichs und 
namentlich auch in dem zum Christenthume bekehrten 
Britannien erhalten, wo dann ihre schon von Alters her 
überlieferten reineren Erkenntnisse später eine neue An- 
wendung bekamen. Nach Britannien nämlich wäre die 
christliche Lehre nicht erst aus Rom, sondern schon in 
früherer, reinerer Gestalt unmittelbar aus Asien überliefert 
worden, so dass die späteren Bekehrer bei ihren mehr 
römisch gestalteten Doctrinen einen Widerstand von 
jenen alten Christen erfahren hätten M). Zwar habe die 
römische Kirche den Sieg davon getragen, aber es Wären 
noch Anhänger jener reineren, einfacheren Religion übrig 
geblieben, welche dieselbe im Stillen fortpilanzten. Die 
Lehre dieser Culdeer (Colidei, Gottverehrer), wie 
sie genannt wurden, sei nun auch in die ohnehin schon 
von ähnlichem Geiste erfüllten Bauvereine eingedrungen, 
so dass diese der Sitz eines reineren Christenthums und 
einer geheimen Opposition gegen die immer mehr ent- 
artenden Satzungen der mittelalterlichen Kirche geworden 
wären. Zwar sei nunmehr auch die Bauthätigkeit, wie 
alle Bildung, in die Hände der Geistlichen und Mönche 
übergegangen, und wären die Baulo gen daher in den 
Klöstern, jedoch mit Zulassung von Laien, gehalten; 
aber auch dies hätte nicht verhindert, dass sie in ihrem 
alten Geiste fortwirkten. 
S0 habe dann im Jahre 926 ein eingeweihter Gönner 
dieser Vereine, der Prinz Edwin, des Königs Bruder, 
i") Die schwülsligen Aeusserungen Vitruvs über die philosß- 
phische Tendenz der Baukunst geben natürlich keinen Beweis über 
die traditionellen Lehren dieser Corporationen. 
Hi) Was allerdings geschichtliche Thatsache ist. Vgl. Neandeis 
K. G. I. S. 121, III. S. 30 ff.
        

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