Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-922643
Laienhülfe 
bei Kirchenbauten. 
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zubereiten und an die Arbeiter vertheilen. Nur derjenige 
wurde zu diesem Dienste zugelassen, der seine Sünden 
reuig bekannte, ernstlicl1e Busse that, christliche Liebe 
für alle mitwirkenden Brüder und demüthigen Gehorsam 
den mit der Leitung des Baues vorgesetzten Priestern 
gelobte; wer Beleidigungen nicht Willig verzieh oder Un- 
gehorsam bewies, wurde als unwürdiges Glied aus der 
Gemeinschaft ausgeschlossen. Die Tagesarbeit begann 
mit Beichte und Gebet, und Nachts beleuchteten Fackeln 
die umhergestellten Wagen, von denen zu gewissen 
Stunden feierliche Hymnen ertöntenili). Vorzüglich War 
es die Normandie und das nördliche Frankreich, wo dieser 
fromme Eifer herrschte, wenigstens haben wir nur aus 
diesen Gegenden ausführliche Berichte. Keine Spur deutet 
jedoch darauf hin, dass aus dieser Theilnahme der Laien 
ein künstlerischer oder technischer Verein von bleibender 
Wirksamkeit hervorgegangen sei. Die Leitung des Baues 
blieb auch hier ganz in den Händen rder Geistlichkeit, 
die Weltlichen waren nur Handlanger und zerstreuten 
sich, wenn die Zeit ihrer Bussarbeit oder ihres Gelübdes 
verflossen war im). 
Anders gestaltete sich die Sache im zwölften und 
dreizehnten Jahrhundert. Wie jetzt in jeder Beziehung 
ein grösseres Selbstgefühl unter den Laien erwachte, wie 
sie an Kunst und Wissenschaft regeren Antheil nahmen, 
ging auch die Architektur aus den Händen der Geistlich- 
keit in die weltlicher Meister über. Von grossem 
Mubillon, 
Ann. 
Tom. 
Benedict. 
Ord. 
 Es ist eine unkritische Vermischung völlig verschiedenartiger 
Dinge, wenn selbst Leo (Lehrbuch der Geseh. des M. A. 1830 S, 
394) diese vorübergehenden Vereinigungen mit den späteren Ball- 
briiderschaflen in Verbindung bringt-
        

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