Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-922619
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Symbolik 
Flügel gehen im rechten Winkel davon aus und erstrecken 
sich in dieser Richtung jede bis zu einer der beiden au- 
deren Kirchen, und nur dadurch, dass die eine dieser 
Kirchen weiter von der Hauptkirche entfernt ist als die 
andere und die vierte Seite des Klosters ohne weitere 
Unterbrechung in grader Linie von einer zur anderen 
fortläixft, entsteht ein spitzer Winkel, den man als die 
Spitze eines rechtwinkeligen Dreiecks betrachten kann. 
Allein das Ganze bildet hienach kein Dreieck, sondern 
ein unregelmässiges, trapezoidisches Viereck. Nach den 
Angaben des Lebensbeschreibers waren die drei Kirchen 
nicht zugleich, sondern allmälig während der Verwaltung 
Angilberts von 793 bis S14 entstanden und die Zeichnung 
ergiebt, dass ein vorbeiiliessendes Flüsschen jene, dem 
Dreieck ähnliche Zuspitzung nothwendig machte. Wahr- 
scheinlich wurde daher der fromme Abt erst später durch 
diese zufällig entstandene Form auf den Gedanken ge- 
führt, eine Beziehung auf die Trinität hineinzudeuten  
Ausser diesem Falle kenne ich keinen anderen ähnlichen, 
doch findet sich mehrmals, dass die Säulen oder Pfeiler 
die Zahl der Apostel oder der Apostel und Propheten 
erhielten  eine Einwirkung auf die Formbildung ist 
aber auch hier nirgends zu entdecken. 
 Vgl. die Vita S. Angilherti in den Act. SS. ord. Benedicli. 
Saec. IV. Pars I. und namentlich die Zeichnung pag. III. Zu he- 
merken ist auch, dass der Biograph erst im Jahr 1088 schrieb, und 
jene von ihm mitgetheilte Urkunde selbst für ein mühsam zu lesendes 
Scriptunx erklärt, so dass leicht auch noch die pia fraus eines s_ ä- 
teren Klostergenossen dabei mitgewirkt haben kann. Hienach möchte 
die Beschreibung in jener Urkunde schwerlich die grosse Bedeutung 
haben, welche Didron, Iconographie chret. I. p. 63. ihr beilegt. 
 S0 der berühmte Abt Suger von S. Denis in seinem Bericht 
über die Vergrüsserung und Ausstattung seiner Kirche (Duchesne 
Script. Vol. IV. p. 341 K.) Medium duodecim Apostolorum exponenles
        

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