Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-922583
bei 
den 
Schriftstellern 
Mittelalters. 
293 
die Fähigkeiten verschieden sind, sie sind Träger des 
zerbrechlichen Glases, um zu erinnern, dass wir unsern 
Schatz in thönernen Gefässen tragen. Die Balken unter 
dem Getäfel der Decke sind Wieder Prälaten, welche 
durch die Arbeit der Predigt die Beschaulichkeit unter- 
stützen. Die Kirche wird dann in zwei Theile getheilt, 
in den Chor und das Schiff; dieses muss niedriger 
sein und umfasst die Laien, Weil sie noch im Meere der 
Welt sind. Der Chor wird von niedrigen Schranken 
eingefasst, um die Demuth der Geistlichen zu bekunden. 
Die Kanzel hat Rückwände, um die Ruhe derContem- 
plation zu zeigen; der Altar stellt Christus dar und die 
Heiligen, welche in Christus leben und er in ihnen, (qui- 
bus Christus induitur et ipsi Christo). Er ist viereckig 
mit Hinweisung auf die vier Tugenden. Die Stufen des 
Altars bedeuten daher auch das Aufsteigen zur Tugend. 
Für die Thürme weiss der Symboliker keine andere 
Anwendung als die auf Prediger und Prälaten, denen also 
vielerlei Functionen zugewiesen sind, dagegen weiss er 
für alles Einzelne, für die Glocken und selbst für den 
Wetterhahn des Thurmes specielle Beziehungen anzu- 
geben, die ich hier übergehe. 
Andere vermehrten diese Deutungen  weshalb wir 
in dem grossen Sammelwerke der kirchlichen Symbolik, 
das Wilhelm Durandus, Bischof von Mende in Frankreich, 
verfasste, verschiedene zusammengestellt finden; darunter 
manches Sinnreiche. Die Länge der Kirche ist die 
Langmuth (longanimitas), welche geduldig dieWiderwärtig- 
keiten erträgt, bis sie zum himmlischen Vaterlande ge- 
langt; die Breite die Liebe, welche, das Gemüth 
 z. B. 
lnnocenz Ill. 
contra Waldenses 
Bernhardus abbas 
Th. lV. S. 410. 
03V- 
12 
bei 
Hurter
        

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