Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-922573
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Symbolik 
der 
Architektur 
ander , 
um die 
neigen sich aber hinten zur Rundung (in conum) 
Einheit der Kirche anzudeuten. Die Steine sind 
viereckig, nach der Quadratur der Tugenden, in Weis- 
heit, Stärke, Mässigung und Gerechtigkeit. Ihre Politur 
bedeutet die Reinigung der Heiligen durch die Duldung 
der Trübsale. Ihre Lage ist verschieden; einige tragen 
und werden getragen, sie sind die Mittelmässigen (me- 
diocres in ecclesia), andere, indem sie unmittelbar auf 
den Fundamenten aufliegen, gleichen den Prälaten, als 
den Trägern der Kirche. Der Kitt, der sie verbindet, 
ist die Liebe; wenn sie verbunden sind, hört man Hammer 
und Axt nicht mehr, weil in Zukunft die Verfolgung 
keine Stelle lindeti"). Die Säulen bedeuten die Apostel 
und Kirchenväter, welche im Glauben und in Werken 
kräftig emporstreben; die Thüre, wenn nur eine , ist 
der Herr, nach seinem eignen Gleichnisse; sind mehrere, 
so gehen sie wieder auf die Kirchenfürsten, durch welche 
dem Volke der Zugang zum Heiligsten wird. Die Fen- 
ster, welche Regen und Wind abhalten und das Sonnen- 
licht einlassen, weisen auf die heiligen Schriftsteller hin; 
sie sind innerlich breiter, weil der innere, mystische Sinn 
umfassender ist als das buchstäbliche Verständniss. Sie 
bedeuten aber auch die körperlichen Sinne, äusserlich 
beengt (coarctati) , damit der Tod und die Vanitas, die 
Eitelkeit der Welt, nicht eingehen, innerlich sich er- 
weiternd, damit wir an geistigen Dingen uns erfreuen. 
Sie sind unten viereckig, weil die Lehrer der Gläubigen 
vierfacher Tugend bedürfen (debent quadrari in virtutibus), 
oben rund, um Gott in Vollkommenheit zu dienen. Sie 
sind nicht alle gleich, sondern grösser und kleiner, weil 
 Quod in futurum non habebit Iocum persecutio. 
erwähnten Schrift des angeblichen Rlagisters Petrus. 
So 
der
        

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