Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-922569
bei 
den 
Schriftstellern 
Mittelalters. 
291 
mit Erweiterungen und AllSsßllmückungen, dieselben Ge- 
danken festhält. Anfangs wurden diese Deutungen nur als 
Erklärungen des Schrifttextcs vom Salomonischen Tempel 
gegeben und gehörten daher in das weite Gebiet der 
allegorischen Auslegung der Bibelili). Bald aber gingen 
sie in die Schriften über, Welche die symbolische Aus- 
legung aller kirchlichen Gebräuche zur Aufgabe hatten, 
fanden daher auch auf die Kirchen ihrer Zeit Anwendung 
und nahmen die Gestalt einer Anleitung zur Behandlung 
dieses Gegenstandes an. Die Tradition der symbolischen 
Beziehungen ist auch hier eine feststehende und wieder- 
holt sich bei den meisten dieser Schriftstellerim). Als 
Fundament, so lehren diese Sy-mboliker, legt man einen 
Stein mit dem Kreuze bezeichnet und zwölf andere Steine, 
damit die Kirche auf Christus und den Aposteln ruhe. 
Die Wände bedeuten die Völker; sie sind vier, weil 
sie aus den vier Himmelsgegenden zusammen trelfen; sie 
stcssen vorn in den Ecksteinen, wie jüdisches und 
heidnisches Volk im Glauben an das Evangelium, anein- 
 So zuerst bei dem berühmten Abte Beda, genannt der Ehr- 
würdige, im S. Jahrh, und noch in einem Irandschriftliclzen Gedichte 
zu Douai aus dem 12. Jahrh., das aber nur eine Paraphrase der Ge- 
danken Bedais zu sein scheint. Vgl. Mone, Anzeiger zur Kunde der 
teutschen Vorzeit 1835. S. 493. 
 Ich folge zunächst einer ungedruckten Handschrift des 12. 
Jahrh., aufbewahrt im Archiv der K. Regierung zu Düsseldorf, mit 
dem (späteren) Titel: Manuale Magistri Petri Carnotensis de mi- 
steriis ecclesiae. Nach Jöchefs Gelehrtenlexicon, soll. dieser Petrus 
von Chartres um 1300 gelebt- haben. Die Handschrift erscheint aber 
älter und die Vergleichung des Inhaltes mit dem sogleich zu er- 
wähnenden Werke des Duraudus führt auf einen gleichen Schluss, 
weil derselbe die Erklärungen jener Handschrift zum Thveil mit deu- 
selben WVorten aufgenommen, aber auch mit anderen zusammen- 
gestellt hat.
        

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