Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-922551
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Symbolik 
der 
Architektur 
die vegetabilische Reminiscenz während der Blüthe des 
Styls nur leise und verstohlen hervortrat, und erst beim 
Verfall des Mittelalters, und auch da nur in seltenen 
Fällen, mit Bewusstsein ausgebildet wurde. 
Mit besserem Grunde als diese willkürlichen Behaup- 
tungen liesse sich die allgemeine Vermuthung aufstellen, 
dass das Mittelalter, welches symbolische Beziehungen 
so sehr liebte, auch bei der Wahl baulicher Formen ge- 
heime Nebengedanken gehabt habe. Die Gegenstände, 
welche wir in dem Bildwerk, besonders romanischer Kirchen, 
finden, scheinen zuweilen, wovon wir weiter unten bei 
der Betrachtung dieses Kunstzweiges noch sprechen 
werden, wirklich mit einer geheimen symbolischen Be- 
deutung gewählt zu sein. Man könnte glauben, dass 
dies auch bei der Architektur selbst statt fand, und es 
würde eine äusserst wichtige, merkwürdige Thatsache 
sein, wenn man erweisen könnte, dass solche Geheim- 
lehren ein so herrliches Produkt, wie die gothische Bau- 
kunst, hervorgebracht hätten. 
Um diese Frage zu beantworten müssen wir uns 
unter den Schriftstellern des Mittelalters umsehen. Ein 
Geheimniss, das so Vielen gemein war und durch eine 
Reihe von Jahrhunderten überliefert wurde, kann nicht 
füglich unausgesprochen geblieben sein; in irgend einer 
Handschrift, in irgend einer der vielen Urkunden und 
Briefe, Welche unsere Gelehrten aus dem Dunkel der 
Klöster hervorgezogen haben, würde es sich niederge- 
legt finden. 
In 
der 
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überliefern 
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auch 
die 
Schrift- 
steller eine solche Symbolik; wir 
bis zum vierzehnten Jahrhundert 
können sie vom achten 
verfolgen, wie sie, nur
        

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