Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-922537
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Hypothesen 
über 
den 
Ursprung 
HaIW) hält die gothischen Kirchen für Nachahmungen 
jener ersten Kapellen, welche die Bekehrer der Britten 
in dürftigen Küstengegenden aus Weidenzweigen flechten 
liessen; Jacob M urphyw") leitet sie von den ägypti- 
schen Pyramiden her, deren Form, als den Grundge- 
danken des Monumentalen, die Christen auf ihre, eben- 
falls über Gräbern errichteten Kirchen angewendet und 
durch den Spitzbogen vervollkommnet hätten. Andere 
glaubten in einer Verzierung, die sich in romanischen 
Bauten Englands oft findet, wo Halbkreisbögen sich durch- 
schneiden und der Durchschnittspunkt eine Spitze bildet, 
den Ursprung des Spitzbogens und demnächst der gothi- 
schen Architektur entdeckt zu habenwf), ohne daran zu 
denken, dass der Spitzbogen noch nicht die gothische 
Architektur erschöpft und dass nur der, welcher die Be- 
deutung dieser Bogenform kennt, sie in jener unschein- 
baren Verzierung bei ihrem zufälligen Vorkommen wahr- 
nehmen kann. Eine andere Hypothese, welche die dem 
nördlichen Klima nothwendige Form der hohen Dach- 
giebel für die Veranlassung zu den schlanken, strebenden 
Formen des gothischen Baues hält-f), scheitert an der 
Bemerkung, dass noch jetzt in den Ländern, wo der 
Schnee am stärksten fällt, in der Schweiz, in Norwegen 
 Essay on the origine of gothic Arch. London 1813. 
H) Ueber die Grundregeln der gothischen Baukunst, übers. von 
Engelhard. Leipzig und Darmstadt. 
w") J. Milner treatise on eccl. Arch. of England. London 18H 
führt diese, zuerst von dem Dichter Gray aufgestellte Hypothese 
weiter aus, und selbst der Architekt Rikman (An attempt to discri- 
minate the styles ofArch in England, 3 ed. p. 48) meint, wer diese 
nintersecting arches" construirt, habe auch den Spitzbogen construiren 
können. 
71') Wie unser würdiger Moller in der Einleitung zu seinen 
Denkmälern der deutschen Baukunst Seite 15 annimmt.
        

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