Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-922462
Burgen. 
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Fallgitter zu tragen. Im romanischen Style wurden diese 
Thore meistens einfach gehalten, da der reiche Stein- 
schmuck der Kirchen hier nicht passend gewesen wäre; 
im gothischen Style aber , wo schon die Gliederung den 
Charakter des Ornamentes hatte und zu freierer Ausbil- 
dung einlud, verschmähte man nicht, ihnen heiliges Bild- 
Werk oder Wappenschmuck zu geben. 
Fürstliche Schlösser, in Städten oder auf geräumi- 
gen Burgplätzen, erhielten natürlicherweise eine breitere 
Anlage  Auch bei ihnen war der Haupteingang immer 
im ersten Stockwerke und durch eine ausserhalb gelegene 
Freitreppe zugänglich, während das Erdgeschoss oder 
eigentlich Halbsouterrain zu untergeordneten Zwecken 
diente. Auf dieser Eingangsseite liefen in den oberen 
Stockwerken schmale Corridore, aus welchen Thüren in 
die einzelnen Zimmer führten mit). Diese {Gange waren 
auf der Aussenseite mit Arcaden geöffnet, deren Bogen- 
 Leider ist die Zahl der erhaltenen Monumente dieser Art sehr 
klein. Aus dem 14. Jahrh. stammt das prachtvollste, das Schloss 
des Hochmeisters der deutschen Ritter zu Marienburg. (Vergl. 
Vogt Geschichte lialariexiblzrgs, Königsb. 1824, Frick, Prospecte. Berlin 
1802, Kallenbachs Chronologie Taf. 43.) Manche andre Schlösser in 
Preussen z. B. das zu Heilsberg verdienten nähere Beschreibung und 
Bekanntmachung durch Zeichnungen. Aus früherer Zeit ist die 
Wartburg (bei Putlrich I. Abth. II. Theil.) das wichtigste Denk- 
mal. Aus dem 12. Jahrh. der Palast Friedrichs I. zu Gelnhau- 
sen, (herausg. von Hundeshagen, Bonn 1832). Das Kaiserschloss 
zu Goslar ist, obgleich schon im 12. oder 13., und dann wieder 
im 15. Jahrh. theilweise verändert und jetzt als Magazin benutzt, 
noch hinlänglich erhalten, um eine architektonische Restauration und 
Herausgabe zu verdienen. 
"Ü S0 ist auf dem Plane von St. Gallen ein Gang vor dem 
Zimmer des Abtes. Der h. Ulrich in Augsburg hatte einen solchen 
(Vita S. Oudalrici bei Pertz Monum. VI. p. 388: et in scena quae 
ante cubiculum ejus est consedit). So war es 118ml ßllßll in Goslar 
und auf der Wartburg. Cf. Ducange s. v. porticus.
        

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