Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-922411
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Rundbauten. 
Kuppel gedeckt und bei grösserer Dimension durch eine 
Pfeilerstellung gestützt, schliessen sich aber sonst den 
Gesetzen des herrschenden Styls unbedingt an. In man- 
chen Gegenden endlieh hat man kleinere Kirchen häufig 
in quadrater Form durch eine mittlere Säule gestützt 
und mit einem Anbau für den Chor versehen, so an man- 
chen Orten der Moselgegend z. B. die Kirche des Hos- 
pitals zu Cus. Andre abweichende Formen des Grund- 
risses, durch eine Künstelei des Erbauers oder durch die 
Benutzung und Erweiterung vorhandener Fundamente 
entstanden, sind meistens Modiüeationen des Polygons 
und kommen am häufigsten bei Grabkirchen vor, haben 
aber auf den Entwickelungsgang der Kunst überall keinen 
Einflussg). 
Eine besondere Erwähnung verdienen die Neben- 
bauten derKirchexl und Klöster. Dahin gehören vor allen 
die Kreuzgänge, bekanntlich überdeckte Umgänge um 
einen freien Hof. Anfangs fanden sie sich, wie an den alt- 
christlichen Basiliken, vor dem Eingange der Kirche und 
Wurden hier zuweilen auch noch im zwölften Jahrhundert 
beibehalten, 
wie das Beispiel von Kloster Laach 34') 
zeigt. 
 Vgl. in v. Lassaulx, die Illalhiaskapelle zu Kobern, Coblenz 1837 
ein Verzeichniss von Rund- und Polygongebäuden, zu dessen Ver- 
vollständigung noch anzuführen sind: Die Kirche zu Rieux-Nlerinville 
bei Carcassone (Nlerilnee Notes d'un voyage dans le midi de la 
France; Brux. 1835 S. 421 und 211), das Baptislerium bei S. Sauveur 
in Aix, zu Quimperlä und zu Lanleif in der Bretagne (Merimee, N0- 
tes d'un voyage dans POuest. Brux. 1837. S. 209 und 130), zu Rief 
an der Gränze von Piemont (Fourtoul Part en Allemagne. Brux. 1841 
Ill. 146), endlich mehrere Bundkirchen zu Prag (Wiener Bauzeitnng 
1845 S.  Zu den ganz anomalen Formen gehört die Kirche zu 
Pralles in Roussillon, deren Grundriss ein Dreieck mit drei auf den Seiten 
desselben angelegten halbkreisförmigen Nischen bildet. Eine Zeichnung 
des Grundrisses in (Taylor et Nndier) Voyage dans Pancienne Franco. 
i") S. Geier und Görtz, Romanische Baudenkmale am Rhein.
        

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